
Haile Gebrselassie war auch in Manchester die Nummer eins. © www.photorun.net
33.000 Läufer gingen beim 10-Kilometer-Rennen in Manchester an den Start. Einer machte aus der Veranstaltung an der Spitze eine One-Man-Show: Haile Gebrselassie. Der Äthiopier siegte souverän in 27:39 Minuten, verpasste aber sein großes Ziel, sich den Weltrekord über die 10-km-Distanz zurückzuholen. Der Kenianer Micah Kogo hatte Haile Gebrselassie im März mit einer Zeit von 27:01 Minuten die Marke abgenommen.
„In der ersten Hälfte des Rennens lief es sehr gut, aber als es zurück ging, störte der Wind extrem. Ich wollte den Weltrekord brechen, aber im zweiten Abschnitt wurde es einfach zu schwierig”, erklärte der Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie, der die 5-km-Marke nach 13:31 Minuten erreicht hatte. Den zweiten Teil rannte er dann in 14:08. Sein nächstes Rennen wird der 36-Jährige am 1. Juni in Hengelo (Niederlande) laufen, wo er seinen eigenen Stunden-Weltrekord unterbieten möchte. In Ostrava (Tschechien) war er im Juni 2007 binnen 60 Minuten 21.285 Meter gelaufen.
Das Rennen um Platz zwei hinter Haile Gebrselassie entschied in Manchester der Libanese Ali Zaied in 28:13 Minuten für sich. Dritter wurde der Crosslauf-Europameister Sergiy Lebid (Ukraine) mit 28:36.
Auch bei den Frauen dominierte eine Läuferin die Konkurrenz: Vivian Cheruiyot. Die Kenianerin hatte ebenfalls einen Rekord im Auge. Sie wollte die schnellste je in Großbritannien gelaufene 10-km-Zeit erreichen. Paula Radcliffe (England) hält diese Marke mit 30:38 Minuten. Vivian Cheruiyot, die Olympia-Fünfte über 5.000 Meter von 2008, lief die erste Hälfte entsprechend schnell in 15:27 Minuten. Doch im zweiten Abschnitt hatte auch sie gegen den Wind keine Chance. Nach 32:01 Minuten war sie schließlich im Ziel. „Nach vier Kilometern hatte ich mich von den Konkurrentinnen gelöst. Es war nicht so schwer das Rennen zu gewinnen, aber ich wollte eine andere Zeit erreichen”, erklärte Vivian Cheruiyot. Platz zwei belegte Sara Moreira (Portugal) in 32:33 Minuten vor der zweifachen New York-Marathon-Siegerin Jelena Prokopcuka (Lettland/32:41).
Weltklassezeit im New Yorker Central Park

Tadese Tola brach den Streckenrekord in New York. © www.photorun.net
Nebeliges Wetter und zeitweilig starke Regenfälle konnten Tadese Tola auf seinem Weg zu einem Streckenrekord in New York nicht bremsen. Der Äthiopier gewann das ,Healthy Kidney’-Rennen über 10 km im Central Park in einer Weltklassezeit von 27:48 Minuten. Über 7.500 Läufer erreichten das Ziel.
Bei dem Männer-Eliterennen, das in den Volkslauf integriert war, kam es zu einem Aufeinandertreffen zwischen Tola und dem Vorjahressieger Patrick Makau Musyoki (Kenia). Die beiden waren im vergangenen Jahr schon einmal in einem Rennen in New York am Start. Beim New York City-Halbmarathon hatte sich Tola ebenfalls durchgesetzt – allerdings nur ganz knapp mit einem Vorsprung von einer Sekunde vor dem Kenianer. Jetzt gewann der Äthiopier erneut, dieses Mal war es aber deutlicher.
Nachdem zunächst beide zusammen an der Spitze des Feldes das Tempo kontrolliert hatten, löste sich Tadese Tola etwa bei Kilometer sieben von Patrick Makau Musyoki. Der Kenianer war nach seinem Marathon-Debüt Anfang April in Rotterdam, wo er als Vierter starke 2:06:14 Stunden gelaufen war, noch nicht wieder in Topform. „Aber es war gut zu sehen, dass meine Form zurückkommt”, erklärte Makau Musyoki, der in 28:28 Minuten Zweiter wurde. Sein Landsmann Boaz Cheboiywo belegte Rang drei mit 28:31.
„Wir liefen so schnell, dass ich mir nach vier Meilen sicher war, dass ich den Streckenrekord brechen würde”, erklärte Tadese Tola. Der erst 21-jährige Äthiopier lief die erste 10-km-Zeit unter 28 Minuten bei dem ,Healthy Kidney’-Rennen in New York.
Über 14.000 Frauen laufen in Berlin
Mit einem weiteren Teilnehmerinnenrekord setzte der Avon Running Berliner Frauenlauf einmal mehr Maßstäbe. 14.341 Frauen und Mädchen hatten für das mit Abstand größte deutsche Rennen dieser Art gemeldet. Darunter waren neben den Läuferinnen auch Walkerinnen. Im vergangenen Jahr hatten gut 13.000 Frauen für die Veranstaltung im Tiergarten gemeldet. Bei dem Hauptrennen des Avon Running Berliner Frauenlauf erreichten über 10 km 3.607 Läuferinnen das Ziel.
Schnellste im Feld war erwartungsgemäß Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon). Die 28-Jährige rannte locker und ohne sich zu verausgaben zu einem Start-Ziel-Sieg. Bereits nach knapp vier Kilometern hatte sie einen Vorsprung von 38 Sekunden auf die Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock). Nach 33:48 Minuten war Sabrina Mockenhaupt, die bereits Anfang April den Berliner Halbmarathon gewonnen hatte, im Ziel.
Nach dem Hamburg-Marathon noch nicht wieder in Form war Ulrike Maisch, die am Ende Carmen Siewert (Greifswalder SV/36:26) Platz zwei überlassen musste. Maisch wurde Dritte in 36:40 Minuten.