Flanagan, Goucher, Begley schaffen US-Olympia-Qualifikation

Shalane Flanagan, Kara Goucher und Amy Yoder Begley auf dem Weg zur Olympia-Qualifikation. © www.photorun.net

Shalane Flanagan, Kara Goucher und Amy Yoder Begley auf dem Weg zur Olympia-Qualifikation. © www.photorun.net

Drei Langstrecklerinnen waren die ersten, die sich bei den neuntägigen US-Olympia-Trials in Eugene die Tickets für Peking sicherten: Im 10.000-m-Finale schafften die drei erstplatzierten Shalane Flanagan, Kara Goucher und Amy Yoder Begley die Qualifikation für die Olympischen Spiele, indem sie die Norm von 31:45 Minuten unterboten.

Die im Marathon bereits für Olympia qualifizierte Magdalena Lewy-Boulet hatte zunächst die Initiative ergriffen und bestimmte das Tempo an der Spitze. Kurz nach Kilometer vier verschärfte dann Shalane Flanagan deutlich die Pace und setzte sich mit der WM-Dritten von Osaka 2007, Kara Goucher, sowie Amy Yoder Begley gemeinsam ab. Nun ging es vor allem für Begley darum, die ihr noch fehlende Olympianorm von 31:45 Minuten zu erreichen. Nach 7 km übernahm sie die Führung und sorgte für das nötige Tempo. 1.200 m vor dem Ziel zogen dann Flanagan und Goucher davon. Flanagan siegte in einem langen Spurt in 31:34,81 Minuten vor Goucher (31:37,72), während sich für die kämpfende Begley der olympische Traum mit 31:43,60 auch noch erfüllte.

„Das ist eine große Erleichterung, denn vier Jahre lang denkt man an die Olympischen Spiele“, sagte Shalane Flanagan, während Kara Goucher erklärte: „Mit der Olympia-Qualifikation geht ein Kindheitstraum in Erfüllung.“

Lagat erledigt Teil eins souverän

Am Montagabend stand das 5.000-m-Finale der Männer auf dem Programm und damit Bernard Lagat im Mittelpunkt. Der geborene Kenianer, der im vergangenen Jahr bei der WM in Osaka einen bei diesen Titelkämpfen einmaligen Doppelsieg über 1.500 und 5.000 m feierte, qualifizierte sich souverän für Peking. Auch bei Olympia will der 33-Jährige über beide Strecke antreten, so dass er im Laufe dieser Woche in Eugene auch die Mittelstrecke laufen wird.

Fünf Läufer gingen in Eugene im 5.000-m-Rennen gemeinsam in die letzte Runde: Bolota Asmerom, Chris Solinsky, Ian Dobson, der WM-Vierte Matt Tegenkamp und Bernard Lagat. 200 Meter vor dem Ziel verschärfte Lagat dann das Tempo und löste sich, obwohl ihm KIMbias Tegenkamp in die Ferse trat. Der ehemalige Kenianer siegte schließlich in 13:27,47 Minuten vor Tegenkamp (13:29,88), der ins Straucheln geraten war, und Dobson (13:29,76). Dieses Trio wird in Peking an den Start gehen.

Siegfried Eifrig: Der letzte Berliner Fackelläufer von 1936 ist tot

Siegfried Eifrig rennt 1936 in Berlin Unter den Linden mit dem Olympischen Feuer. © Sportmuseum Berlin / AIMS Marathon Museum of Running

Siegfried Eifrig rennt 1936 in Berlin Unter den Linden mit dem Olympischen Feuer. © Sportmuseum Berlin / AIMS Marathon Museum of Running

Siegfried Eifrig, der letzte Berliner Läufer des ersten olympischen Fackellaufes von 1936, ist am vergangenen Montag im Alter von 98 Jahren in Berlin verstorben. Der frühere 400-m-Läufer arbeitete später viele Jahre ehrenamtlich für den Berlin-Marathon als Schatzmeister.

Siegfried Eifrig trug das olympische Feuer auf dem letzten Abschnitt von Athen nach Berlin Unter den Linden. Er lief 1.500 Meter, vorbei unter anderem an der Universität und bis zum Lustgarten, wo er um 12 Uhr am 1. August 1936 das Feuer auf einem Altar entzündete. Anschließend rannte der damals 26-jährige Siegfried Eifrig zurück zur Schlossbrücke und entzündete ein weiteres Feuer auf einem zweiten Altar. Rund vier Stunden später wurden die Olympischen Spiele im Berliner Olympiastadion eröffnet, wo dann Fritz Schilgen als letzter Läufer der Staffel innerhalb Berlins das olympische Feuer entzündete. Schilgen war 1995 im Alter von 99 Jahren verstorben.

Als Sprinter des SCC Berlin wurde Siegfried Eifrig 1935 Berliner- und Brandenburger Meister mit der 4×400-m-Staffel. Über 100 Meter erreichte er 11,0 Sekunden, über 400 m lief er 49,8. 40 Mal startete er bei der berühmten Staffel Potsdam-Berlin. 25 Mal war er dabei der Schlussläufer seines Vereins, einmal lief er an vierter Stelle und wechselte auf der Glienicker Brücke.

Im Zweiten Weltkrieg war Siegfried Eifrig als Soldat und dann als Kriegsgefangener in Ägypten. In Gefangenschaft organisierte er bei den Engländern Fußballturniere und Leichtathletik-Wettkämpfe. 1946 wieder in Berlin zurück, half er beim Neu-Aufbau seines Charlottenburger Vereins. Unter anderem war er stellvertretender Vorsitzender und Kassenwart der Leichtathletik-Abteilung des SCC.

Später übernahm der Direktor der Berliner Sparkasse die ehrenamtliche Tätigkeit des Schatzmeisters beim Berlin-Marathon. Noch heute ist einer seiner Söhne in die Organisation des Rennens eingebunden. Siegfried Eifrig hatte fünf Kinder, acht Enkelkinder und sieben Urenkel. Das Andenken an den sportlichen Höhepunkt seiner Karriere, den olympischen Fackellauf, hatte in seiner Berliner Wohnung einen Ehrenplatz: Die Fackel von Siegfried Eifrig wird zukünftig im Berliner Sportmuseum an einen immer integren, bescheidenen und fairen Mann erinnern, der ein Vorbild war.

Günter Dohrow verstirbt 80-jährig in Berlin

Günter Dohrow ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 80 Jahren in Berlin an den Folgen einer kurzen, schweren Krankheit verstorben. Dies gab die Familie des früheren Mittelstreckenläufers des SCC Berlin bekannt. 1952 startete er bei den Olympischen Spielen in Helsinki und erreichte über 1.500 m das Halbfinale. Vier Jahre später schied er in Melbourne bei Olympia über 800 und 1.500 m jeweils im Vorlauf aus. Bei den Europameisterschaften 1954 in Bern wurde er Achter über 1.500 m. Günter Dohrow, der früher auch Handball spielte und später als Grundschullehrer arbeitete, stellte 1952 in Berlin einen deutschen Rekord über 1.500 m auf (3:46,8 Minuten). Seine Bestzeiten standen bei 1:48,2 Minuten (800 m), 2:22,8 (1.000 m) und 3:43,8 (1.500 m). Deutscher Meister war er 1953 über 800 m und 1956 über 1.500 m. Dohrow hinterlässt zwei Söhne aus zweiter Ehe.