Erkesso gewinnt auch Freihofer’s Run for Women

Teyba Erkesso siegte auch beim Freihofer's Run for Women. © www.photorun.net

Teyba Erkesso siegte auch beim Freihofer's Run for Women. © www.photorun.net

Die Äthiopierin Teyba Erkesso setzt in den USA ihre Erfolgsserie fort. Die 26-Jährige gewann am Samstag die 31. Auflage des Freihofer’s Run for Women in Albany (New York). Bei dem 5-Kilometer-Rennen war Teyba Erkesso nach 15:27 Minuten im Ziel. Der knappe Vorsprung von drei Sekunden auf ihre Landsfrau Mamitu Daska spiegelte dabei nicht die Dominanz von Teyba Erkesso wider. Dritte wurde Rose Kosgei (Kenia) in 15:39, Platz vier belegte Genoveva Kigen (15:41).

Mit 4.028 Läuferinnen am Start verzeichnete der Freihofer’s Run for Women einen Teilnehmerinnenrekord. Teyba Erkesso bestimmte dabei jederzeit das Geschehen an der Spitze. Nach drei Kilometern lagen neben Mamitu Daska auch noch Rose Kosgei und Genoveva Kigen mit der späteren Siegerin vorne. Doch bald darauf entwickelte sich ein äthiopischer Zweikampf, den Teyba Erkesso mit einem langen Schlussspurt souverän für sich entschied. Nach einer sechsmonatigen Rennpause war Titelverteidigerin Benita Johnson (Australien) noch nicht wieder in Topform. Sie wurde Sechste mit 16:00 Minuten.

Erst eine Woche zuvor hatte Teyba Erkesso das 10-km-Rennen von Ottawa gewonnen. Auch beim Bay to Breakers über 12 km im Mai sowie beim Houston-Marathon war die 26-Jährige nicht zu stoppen. In Houston stellte sie dabei im Januar mit 2:24:18 Stunden sogar einen Kursrekord auf.

Gebrselassie verpasst Stundenweltrekord in Hengelo

Haile Gebrselassie, der in seiner einzigartigen Karriere bisher 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufgestellt hat, verpasste am Pfingstmontag in Hengelo Bestzeit Nummer 27. Der 36-jährige Äthiopier griff in den Niederlanden seine eigene Bestmarke im Stundenlauf an. Am Ende erreichte Haile Gebrselassie dabei genau 20.822,36 Meter. In der ewigen Weltbestenliste steht er damit auf Rang sechs.

In Hengelo hatte Haile Gebrselassie in seiner Karriere bereits viermal Weltbestzeiten aufgestellt: 1994 lief er über 5.000 Meter mit 12:56,96 Minuten seinen ersten Weltrekord, ein Jahr später verbesserte er die 10.000-m-Marke auf 26:43,53, dann lief er 1997 über zwei Meilen 8:01,08 und 1998 über 10.000 Meter 26:22,75. Am Montag jedoch reichte es vor ‚Heimpublikum‘ nicht zum Rekord. Vor zwei Jahren hatte Haile Gebrselassie im Stundenlauf in Ostrava 21.285 Meter erreicht, dieses Mal musste er sich mit gut 460 Metern weniger zufrieden geben. Dicht auf den Fersen waren ihm in Hengelo dabei die Kenianer Kiplimo Kimutai (20.797,10 m) und Wilson Kiprop (20.756,40 m).

Für das beste Laufergebnis in Hengelo sorgte ein Mittelstreckler: Abubaker Kaki (Sudan) gewann die 800 m in hochklassigen 1:43,10 Minuten vor Amine Laalou (Marokko/1:43,36) und David Rudisha (Kenia/1:43,53).

Beim Leichtathletik-Meeting in New York hatte sich am Samstag die Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba geschlagen geben müssen: Schneller als die Äthiopierin, die im vergangenen Jahr die 5.000 und die 10.000 m dominierte, war über die kürzere Distanz die Kenianerin Linet Masai. Die 19-jährige Junioren-Weltrekordlerin über 10.000 m gewann in 14:35,39 Minuten vor der 5.000-m-Weltrekordlerin Dibaba (14:40,93). Drei Runden vor Schluss hatte Masai damit begonnen, einen Vorsprung aufzubauen. Der sonst so fulminante Endspurt von Dibaba blieb aus. „Ich dachte, dass sie mich trotz meines Vorsprungs in der letzten Runde überholen würde, aber sie kam nicht”, sagte eine überraschte Linet Masai.

Ein gutes Debüt gab am Wochenende Tirunesh Dibabas äthiopische Rivalin Meseret Defar über 10.000 m. Die frühere 5.000-m-Weltrekordlerin lief in Stockholm mit 31:07,34 Minuten eine Jahresweltbestzeit und gewann klar vor ihrer Landsfrau Werknesh Kidane (31:19,00). Meseret Defar war trotz des Sieges nicht ganz zufrieden mit ihrer Leistung. „Ich will in Berlin bei der WM über 5.000 und 10.000 Meter antreten – aber dafür ist diese Zeit noch nicht gut genug”, erklärte sie.

Mikitenko und Mockenhaupt im Marathon-WM-Team

Irina Mikitenko und Sabrina Mockenhaupt wurden vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für den Weltmeisterschafts-Marathon in Berlin nominiert, der am 23. August gestartet wird. Während die deutsche Rekordlerin Irina Mikitenko (TV Wattenscheid/2:19:19 Stunden) seit langem zu den Medaillenkandidatinnen zählt, kommt der Marathon-WM-Start von Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) überraschend. Denn eigentlich hatte sich die 28-Jährige klar gegen einen Start in Berlin ausgesprochen und wollte stattdessen 10.000 m laufen.

Offenbar wurde Sabrina Mockenhaupt nun von Bundestrainer Detlef Uhlemann erfolgreich überzeugt, doch Marathon zu laufen. Ob sich die Siegerin des Frankfurt-Marathons 2008 mit der kurzfristigen Kehrtwende einen Gefallen tut, bleibt abzuwarten. Detlef Uhlemann hat bezüglich Sabrina Mockenhaupt natürlich in erster Linie die Weltcup-Teamwertung im Auge, die im Rahmen der WM-Marathonrennen ausgetragen wird. Deswegen darf jede Nation fünf Läuferinnen an den Start bringen, von denen die drei besten in die Wertung kommen. Hier erhoffen sich Uhlemann und der DLV in erster Linie aufgrund der bei den City-Marathonrennen von London und Berlin überragenden Irina Mikitenko Chancen auf einen dritten Platz. Doch auch mit Hilfe von Sabrina Mockenhaupt haben andere Nationen bessere Karten: Die Japanerinnen, Russinnen, Äthiopierinnen, Kenianerinnen und vielleicht auch die Chinesinnen sind ausgeglichener besetzt als das deutsche Team. Zudem sind die Athletinnen aus diesen Ländern in der Hitze stark.

Neben Irina Mikitenko und Sabrina Mockenhaupt, die beide noch nie ein Marathon-Meisterschaftsrennen gelaufen sind, kann das DLV-Team vor allen auf Melanie Kraus (Bayer Leverkusen) bauen. Die Frankfurt- und Düsseldorf-Marathon-Siegerin (2007 und 2008) zeigte bei der WM in Osaka 2007 und bei Olympia in Peking 2008 gute Leistungen, war aber von der Spitze ein großes Stück entfernt. Die aktuelle Düsseldorf-Marathon-Siegerin Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) und Luminita Zaituc (LG Braunschweig), die zuletzt aber aufgrund von Problemen keine entsprechende Form nachweisen konnte, wurden ebenfalls nominiert. Nur Ersatz ist die Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock), die zuletzt in Hamburg mit 2:34:28 Stunden nicht überzeugen konnte.

Bei den Männern gab es keine Überraschungen bei der Nominierung. Hier hatte sich das Fünfer-Team für die WM nach den Frühjahrsrennen klar gebildet: André Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz), Falk Cierpinski (SG Spergau), Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen), Stefan Koch (LG Braunschweig) und Tobias Sauter (SG Spergau) werden am 22. August auf dem City-Rundkurs am Brandenburger Tor an den Start gehen. Für die Männer ist es alleine schon ein Erfolg, dass sich ein komplettes Team für die WM qualifiziert hat.