Doppelsieg für Chojecka bei Hallen-EM, Mockenhaupt Vierte

Lidia Chojecka gewinnt zweimal Gold in Birmingham. © www.photorun.net

Lidia Chojecka gewinnt zweimal Gold in Birmingham. © www.photorun.net

Die Polin Lidia Chojecka lief bei den Hallen-Europameisterschaften in Birmingham zu einem Doppel-Triumph. Einen Tag nach ihrem deutlichen 1.500-m-Sieg in 4:05,13 Minuten gewann sie auch das 3.000-m-Rennen. In 8:43,25 verteidigte sie den Titel, den sie bereits vor zwei Jahren in Madrid gewonnen hatte. In einem langen Spurt war die 30-Jährige nicht zu schlagen. Marta Dominguez (Spanien/8:44,40) wurde Zweite, die Italienerin Silvia Weissteiner lief in nationaler Rekordzeit von 8:44,81 überraschend zur Bronzemedaille. Sabrina Mockenhaupt (Köln-Marathon) belegte einen guten vierten Rang.

Ebenso überraschend war, dass Jo Pavey (Großbritannien) als Sechste in 8:54,94 ohne Medaille blieb, nachdem sie das Rennen von vorne bis zwei Runden vor Schluss bestimmt hatte. Um möglichem Gerangel aus dem Weg zu gehen und das Rennen nicht zu langsam werden zu lassen, hatte sich Pavey kurz nach dem Start an die Spitze des Feldes gesetzt. 1.000 m passierte sie in 2:55,26 Minuten, die 2.000-m-Marke in 5:51,58. Doch dieses Tempo war zu langsam, um die Verfolgerinnen los zu werden. Vielleicht hätte Pavey mehr Chancen gehabt, wenn sie noch etwas schneller gelaufen wäre, schließlich ist sie in diesem Jahr mit ihrer Bestzeit von 8:31,50 Minuten (Commonwealth-Rekord) die mit Abstand schnellste Europäerin. Doch wie bei der Freiluft-EM von Göteborg 2006 blieb die Britin wieder ohne Medaille. Vor heimischem Publikum war ihr sechster Rang in 8:54,94 Minuten eine Enttäuschung. „Ich muss Jo danken, sie hat für mich genau das richtige Tempo gemacht“, sagte Lidia Chojecka, die von Paveys Taktik profitierte und 400 Meter vor Schluss die Spitze übernahm.

Ein starkes Rennen zeigte Sabrina Mockenhaupt (Köln-Marathon), die als Vierte in 8:45,77 persönliche Bestzeit erreichte. „Mit Silvia Weissteiner habe ich nicht gerechnet, dafür aber habe ich Jo Pavey geschlagen“, sagte Sabrina Mockenhaupt, die eventuell am nächsten Wochenende bei den Deutschen Crossmeisterschaften an den Start gehen wird. Vor zwei Jahren bei der Hallen-EM in Madrid hatte Mockenhaupt ursprünglich auch Rang vier belegt, war dann aber aufgrund der positiven Dopingprobe der zweitplazierten Türkin Tezeta Desalegn-Dengersa nachträglich auf den Bronzerang vorgerückt.

Italiener Caliandro gewinnt 3.000 m, Pech für Farah

Einen Außenseitersieg gab es bei den Hallen-Europameisterschaften in Birmingham im 3.000-m-Finale der Männer. Der 24-jährige Italiener Cosimo Caliandro profitierte von dem Rennverlauf, bei dem lange Zeit im besseren Joggingtempo über die 200-m-Rundbahn gelaufen wurde. Der frühere Mittelstreckenläufer gewann in 8:02,44 Minuten vor dem französischen Hindernis-Spezialisten Bob Tahri (8:02,85) und Jesus Espana (8:02,91).

Der Spanier Espana führte frühzeitig und war jeweils als Erster durch die 1.000- und 2.000-m-Marke gegangen. Erst eingangs der Zielkurve ging Caliandro, der 2001 Junioren-Europameister über 1.500 m war und entsprechende Schnelligkeit mitbringt, an Espana vorbei, der dann auch noch von Bob Tahri abgefangen wurde.

Keine Rolle spielen konnte auf den letzten schnellen Runden Arne Gabius (Asics Tübingen), der am Ende in 8:08,51 Minuten nur Rang neun belegte. Tags zuvor hatte sich der 25-Jährige gut geschlagen, als er als Fünfter seines Vorlaufes in 7:53,98 Minuten aufgrund der guten Zeit das Finale erreichte.

Der Titelverteidiger Alistair Cragg (Irland) war längst nicht so stark wie erwartet und musste sich mit Rang sechs in 8:03,70 zufrieden geben – einen Rang vor Österreichs Hindernis-Spezialisten Günther Weidlinger (8:04,19), der hofft, eine Medaillenchance zu haben.

Pech hatte der britische Crosslauf-Europameister Mo Farah. Im Vorlauf war ihm am Freitag Weidlinger versehntlich auf den Fuß getreten, so dass der Brite zu Fall kam. Völlig irritiert lief Farah dann zunächst in die falsche Richtung los, so dass er einen deutlichen Rückstand hatte. Dennoch schaffte er die Qualifikation, doch im Finale fehlte ihm am Ende die Kraft. Farah wurde Fünfter in 8:03,50 Minuten.