David Rudisha nähert sich dem Weltrekord über 800 m

David Rudisha läuft über 800 m von Sieg zu Sieg. © www.photorun.net

David Rudisha läuft über 800 m von Sieg zu Sieg. © www.photorun.net

Der Kenianer David Rudisha steigerte sich bei der KBC Night of Athletics in Heusden-Zolder (Belgien) am Samstagabend über 800 Meter auf 1:41,51 Minuten und erzielte damit nicht nur einen Afrikarekord, sondern die schnellste Zeit über die zwei Stadionrunden seit 13 Jahren.

Der Sohn des Silbermedaillengewinners über 4 x 400 m der Olympischen Spiele von 1968 in Mexiko-Stadt – Daniel Rudisha – wurde einst durch den Erfolg seines Vaters dazu motiviert, selbst mit dem Laufsport zu beginnen. 2004 begann er dann laut der Website des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org) ernsthaft zu trainieren, damals noch als Zehnkämpfer. Nun kommt der 22-Jährige dem 800-m-Weltrekord von Wilson Kipketer immer näher.

1997 war der Däne Wilson Kipketer zweimal Weltrekord gelaufen: Zunächst erreichte er in Zürich (Schweiz) 1:41,24 Minuten, dann steigerte er sich in Köln auf 1:41,11 – diese Zeit ist seitdem unerreicht. Doch es sieht so aus, als ob es nun nicht mehr lange dauern wird, bis David Rudisha den Rekord von Wilson Kipketer knackt. Der Weltrekordler selbst hat schon im vergangenen Jahr erklärt, dass er dem jungen Rudisha zutraut, seinen Weltrekord zu brechen.

David Rudisha hatte sich im vergangenen Jahr bereits auf 1:42,01 Minuten gesteigert. Schon damals im italienischen Rieti war er damit der schnellste 800-m-Läufer seit Wilson Kipketer 1997. In diesem Jahr stellte er in Oslo mit 1:42,04 Minuten eine starke Jahresweltbestzeit auf, die er nun in Heusden-Zolder verbesserte.

Am Samstag hatte David Rudisha seine eigenen kenianischen Tempomacher im Rennen. Sammy Tangui führte ihn in 49,14 Sekunden durch die 400-m-Marke, dann übernahm Boaz Lalang, der weitere 150 Meter durchhielt. David Rudisha wurde auf den letzten 250 Metern kaum langsamer und kam deswegen so dicht an Wilson Kipketers Weltrekord heran wie kein anderer zuvor. Mit 1:41,51 Minuten lag er am Ende klar vor Belal Mansoor (Katar/1:44,95) und Nadjim Manseur (Algerien/1:46,97).

„Heute wollte ich etwas Besonderes erreichen. Am Ende wird es aber immer hart. Um den Weltrekord zu brechen, muss ich auf den letzten 50 Metern noch stärker werden. Ich bin nicht enttäuscht, dass ich den Rekord heute nicht gebrochen habe, sondern ich freue mich darüber, dass ich besser und besser werde”, erklärte David Rudisha gegenüber der Website des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org). „Ich bin zuversichtlich, dass ich mich weiter verbessern werde und der Weltrekord ist der nächste Schritt – ich werde es schaffen.”

Stefano Baldini startet Marathon-Comeback bei Europameisterschaften

Stefano Baldini, hier bei seinem Olympiasieg in Athen 2004, wird bei den Europameisterschaften wieder an den Start gehen. © www.photorun.net

Stefano Baldini, hier bei seinem Olympiasieg in Athen 2004, wird bei den Europameisterschaften wieder an den Start gehen. © www.photorun.net

Der Marathon-Olympiasieger von Athen 2004 startet zum Comeback: Stefano Baldini steht in der Marathon-Startliste der Europameisterschaften von Barcelona. Wenn am Schlusstag der Titelkämpfe am 1. August das Rennen über die 42,195 Kilometer beginnt, tritt der Italiener überraschend zur Titelverteidigung an. Der inzwischen 39-jährige Marathon-Spezialist wurde vom italienischen Leichtathletik-Verband neben fünf Landsleuten für die kontinentalen Titelkämpfe nominiert.

Stefano Baldini war bereits 1998 in Budapest Europameister und gewann dann sein zweites EM-Gold in Göteborg vor vier Jahren. In Spanien könnte er nun als erster Läufer zum dritten Mal den Marathon bei Europameisterschaften gewinnen. „Ich will dort nicht nur mitlaufen, sondern auch eine gute Leistung zeigen. Ich möchte etwas Großes für Italien erreichen”, erklärte Stefano Baldini, der seine Karriere eigentlich nach den Olympischen Spielen 2008 ausklingen lassen wollte. Der Olympia-Marathon von Peking, bei dem er einen beachtlichen zwölften Rang erreichte, war bis heute sein letztes Rennen über die klassische Distanz, über die er weiterhin italienischer Rekordhalter ist (2:07:22 Stunden).

Doch trotz eines vermeintlichen Karriereendes – Baldini fühlte sich ausgelaugt – hörte der Italiener nie ganz auf mit dem Laufsport und startete immer wieder bei kürzeren Straßenläufen. Sein Trainer Luciano Giglotti war es dann, der ihn überzeugte, sich auf den EM-Marathon in Barcelona vorzubereiten. „Warum nimmst du dir nicht vor, eine Medaille in Barcelona zu gewinnen?” soll ihn der Coach laut der italienischen Sportzeitung ,Gazetta dello Sport’ gefragt haben.

Stefano Baldini hatte sich dann unter anderem in Kenia, wo er zusammen mit den Weltklasseläufern Martin Lel und Sammy Wanjiru (dem Olympiasieger von Peking 2008) trainierte, auf einen Frühjahrsmarathon vorbereitet, den er in Italien laufen wollte. Doch eine Verletzung stoppte ihn. Im Mai lief Baldini dann allerdings einen Halbmarathon in Polpenazze del Garda. Dort wurde er Sechster in 64:57 Minuten und ließ dabei unter anderen Daniele Caimmi hinter sich, der ebenfalls zum italienischen Marathon-EM-Team gehört. Aufgrund dieser Leistung nominierte ihn Italiens Verband für die sechsköpfige Mannschaft. Dass jede Nation beim EM-Marathon sechs Läufer stellen darf, hängt damit zusammen, dass es in Barcelona auch um die Team-Wertung (Europa-Cup) geht. Der kontinentale Verband hat keine Norm für die Läufer festgesetzt, was Stefano Baldini zugute kam. So kann er zwei Jahre nach den Olympischen Spielen in Peking auch ohne eine Qualifikationszeit seinen ersten Marathon gleich wieder bei einer internationalen Meisterschaft laufen.