
© Victor Sailer
Was Sie vorher brauchen? Nur eine Voraussetzung: eine Motivation. Sie wollen sich fit halten und vielleicht auch Ihr Gewicht reduzieren, Sie wollen sich einfach nur wohl fühlen oder haben Lust am Abenteuer Marathon – dann fangen Sie an zu laufen. Und eines Tages stehen Sie vielleicht am Start bei einem der großen Marathon-Klassiker von Berlin, Chicago, London oder New York.
Lesen Sie bitte auch: ,Allgemeine Lauftipps für Anfänger’ und ,Fünf Kilometer in vier Wochen’ (Wenn Sie dieses Programm bereits befolgt haben, sind Sie bereits mitten in der Phase I dieses Trainingsprogramms.)

© Victor Sailer
Einige Dinge vorweg: Wenn Sie sich entschließen zu laufen und dies richtig dosiert tun, werden Sie viel Freude an Ihrem neuen Sport haben. Laufen ist gesund, macht Spaß und erhöht die allgemeine Leistungsfähigkeit. Und schließlich bringt das Laufen auch noch eine gute Figur. Bevor Sie die ersten Schritte machen, sollten Sie darüber mit Ihrem Hausarzt sprechen und sich sportmedizinisch untersuchen lassen. Ebenso wichtig ist es, sich beim Kauf der Laufschuhe gut beraten zu lassen. Setzen Sie sich unter keinerlei Erfolgsdruck oder eine nervliche Belastung. Die richtig langen Trainingsstrecken kommen erst ganz am Ende der Vorbereitung – und bis dahin sind Sie gut vorbereitet und können auch diese Distanzen meistern. Einer der häufigsten Fehler ist ein viel zu schnelles Loslaufen ? Damit sind Sie hoffnungslos überfordert und verlieren die Lust. Beginnen Sie also ganz vorsichtig und langsam. Wenn Sie während eines Trainingslaufes außer Puste kommen, machen Sie einfach eine Pause und gehen ein bisschen. Wenn Sie in der Vorbereitungszeit einmal eine Woche nicht laufen können, ist das kein Problem. Es ist genug Zeit. Sie brauchen keine Angst zu haben, sich bei einem großen Marathonlauf wie Berlin oder New York zu blamieren. Sollte es unterwegs Probleme geben, können Sie natürlich Gehpausen einlegen. Das machen viel mehr Läufer als Sie denken. Egal, wie man sich vorbereitet hat, man wird unterwegs immer jede Menge Leute finden, die im gleichen Leistungsniveau sind. Und Sie werden den Spaß an einem gemeinsamen Erlebnis Marathon entdecken. Sie haben viel Zeit, das Ziel zu erreichen. Bei den großen Rennen wird das Ziel meist erst nach über sieben Stunden geschlossen. Das heißt, Sie brauchen in der Stunde nur rund sechs Kilometer zu laufen – das wären für jeden Kilometer zehn Minuten. Wenn Sie langsam joggen, werden Sie deutlich schneller sein. Setzen Sie sich schon beim Beginn des Lauftrainings kurzfristige Ziele. Denn immer wiederkehrende Erfolgserlebnisse sind entscheidend, um am Tag X tatsächlich an der Startlinie zu stehen und das Abenteuer Marathon angehen zu können. Nach einem Training ist eine richtige Erholungsphase sehr wichtig. Machen Sie in jedem Fall erst nach dem Lauf eine Dehngymnastik, nehmen Sie ein Bad oder gehen Sie in die Sauna. Vergessen Sie nicht, generell möglichst viel zu trinken.
Wir unterteilen das Jahr in vier Abschnitte mit jeweils drei Monaten Länge und bezeichnen diese als
- Gewöhnungsphase (I)
- Aufbauphase (II)
- Allgemeine Vorbereitungsphase (III)
- Spezielle Vorbereitungsphase (IV)
1. PHASE, drei Monate:
Der wichtigste Schritt ist, vor die Tür zu gehen. Wenn Sie sich dazu überwunden haben, schaffen Sie auch den Rest. Es ist durchaus angebracht und üblich, sich zunächst zwei- bis dreimal pro Woche in zügigem Wanderschritt für circa 20 bis 30 Minuten zu belasten. Nach weiteren zwei bis drei Wochen kann man mit lockerem Jogging beginnen, wobei 1- bis 2-Minuten-Intervalle zu empfehlen sind (vergleichen Sie ergänzend auch ,Fünf Kilometer in vier Wochen’). Das heißt, Sie joggen 1 bis 2 Minuten und machen danach eine Gehpause von etwa der gleichen Länge mit einer Gesamtdauer von wiederum 20 bis 30 Minuten. Später erhöhen Sie die Lauf- und Gehintervalle auf drei Minuten. Die nächste Stufe wären dann vier Minuten laufen und zwei Minuten zügig gehen sowie anschließend sechs Minuten laufen und zwei Minuten zügig gehen. So bauen Sie stetig weiter auf, bis Sie zum Beispiel 30 Minuten am Stück laufen können. Das Tempo sollte immer so gewählt werden, dass Ihre Atmung noch gut unter Kontrolle ist.
Beispiele für die ersten vier Trainingswochen finden Sie unter ,Fünf Kilometer in vier Wochen’.
2. PHASE, drei Monate:
Laufen Sie jetzt drei- bis viermal pro Woche, wobei der Kilometerumfang sowie die Belastungsdauer langsam ausgebaut werden. Sie sollten aber zur Abwechslung während einer Woche auch kürzere Strecken laufen. Ein längerer Lauf lässt sich zum Beispiel pro Woche um zehn Minuten verlängern. Für diese Phase II gilt, dass nach zwei bis drei Wochen mit gutem Training durchaus eine lockere Woche folgen kann. In dieser Woche brauchen Sie nur dreimal zu trainieren und laufen, so wie sie Lust haben, um danach wieder so richtig fit zu sein.
Beispielwochen für Phase II
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Sonnabend | Sonntag |
| Anfang - Phase II | ||||||
| Ruhe | 8 km (l) | 6 km (m-s) | Ruhe | 6-8 km (l) oder Ruhe | Ruhe | 12 km (l) |
| Ende - Phase II | ||||||
| Ruhe | 8-10 km (l) | 8 km (m-s) | Ruhe | 8 km (l) oder Ruhe | 8 km (l) | 12-15 km (l) |
l = langsames Tempo (Ihr normales Ausdauertempo)
m = mittleres Tempo (etwas schneller als normal)
s = schnelleres Tempo
l-m oder m-s = Steigerungslauf (die ersten 25 % der Streckenlänge langsamer als das Durchschnittstempo, dann langsame Steigerung und für etwa 50 % Durchschnittstempo, während der letzten 25 % langsam steigendes Tempo, überdurchschnittlich.
Vorsicht bei den Tempounterschieden: nicht zu schnell werden!
3. PHASE, drei Monate:
Wichtig ist in dieser Phase eine weitere Erhöhung der Streckenlänge, allerdings nun auch des Tempos.
Für diese Phase gilt, dass nach zwei bis drei Wochen mit gutem Training durchaus eine lockere Woche folgen kann. In dieser Woche brauchen Sie nur dreimal zu trainieren und laufen, so wie sie Lust haben, um danach wieder so richtig fit zu sein.
Beispielwochen für Phase III
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Sonnabend | Sonntag |
| Anfang - Phase III | ||||||
| Ruhe | 10 km (l) | 8 km (m-s) | Ruhe | 8-10 km (l) | 10 km (m) | 15 km (l) |
| Ende - Phase III | ||||||
| Ruhe | 10 km (l) | 10 km (m-s) | Ruhe | 10 km (l) | 12 km (m) | 20 km (l) |
l = langsames Tempo (Ihr normales Ausdauertempo)
m = mittleres Tempo (etwas schneller als normal)
s = schnelleres Tempo
l-m oder m-s = Steigerungslauf (die ersten 25 % der Streckenlänge langsamer als das Durchschnittstempo, dann langsame Steigerung und für etwa 50 % Durchschnittstempo, während der letzten 25 % langsam steigendes Tempo, überdurchschnittliche Vorsicht bei den Tempounterschieden: nicht zu schnell werden!
4. PHASE, drei Monate:
Phase drei wird fortgesetzt mit einer weiteren Erhöhung des wöchentlichen Kilometerumfanges. Für die letzten zehn Wochen dieser spezifischen Marathon-Trainingsphase können Sie sich am aufgestellten Trainingsplan orientieren. Bei diesem Plan können die Trainingstage Freitag und Sonnabend auch vertauscht werden. Von der ersten bis zur achten Woche langsam die Geschwindigkeit steigern, unter anderem bei den Mittwoch- und Sonnabend-Einheiten.
Die letzten zehn Wochen vor einem Marathon
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Sonnabend | Sonntag | |
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1.
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Ruhe | 10 km (l) | 15 km (m-s) | Ruhe | 10 km (l) | 10 km (s) | 25 km (l) |
|
2.
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Ruhe | 10 km (l) | 15 km (m) | Ruhe | 10 km (l) | 10 km (s) | 25 km (l) |
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3.
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Ruhe | 8 km (l) | 8-10 km (l-m) | Ruhe | Ruhe | 8 km (m) | 15 km (l) |
|
4.
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Ruhe | 10 km (l) | 15 km (m) | Ruhe | 10-12 km (l) | 10 km (s) | 25-30 km (l) |
|
5.
|
Ruhe | 10 km (l) | 15 km (m) | Ruhe | 10-12 km (l) | Ruhe | 25-30 km (l) |
|
6.
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Ruhe | 8 km (l) | 8-10 km (l-m) | Ruhe | Ruhe | 8 km (m) | 15 km (l) |
|
7.
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Ruhe | 10 km (l) | 15 km (m) | Ruhe | 10-12 km (l) | 10 km (s) | 30 km (l) |
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8.
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Ruhe | 10 km (l) | 20 km (m) | Ruhe | 10-12 km (l) | 10 km (s) | 30 km (l) |
|
9.
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Ruhe | 10 km (l) | 20 km (m) | Ruhe | 8 km (l) | 8-10 km (m-s) | 12-15 km (l) |
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10.
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Ruhe | 8 km (l) | 8 km (m, letzte 3 km s) | Ruhe | 30 min (l) | 20-30 min (l) | Marathon 42,195 km |
l = langsames Tempo (Ihr normales Ausdauertempo)
m = mittleres Tempo (etwas schneller als normal)
s = schnelleres Tempo
l-m oder m-s = Steigerungslauf (die ersten 25 % der Streckenlänge langsamer als das Durchschnittstempo, dann langsame Steigerung und für etwa 50 % Durchschnittstempo, während der letzten 25 % langsam steigendes Tempo, überdurchschnittliche Vorsicht bei den Tempounterschieden: nicht zu schnell werden!