Laufend in Bewegung

© Betty Shepherd

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Laufen ist ein schöner Sport, der zudem gesund hält. Und es benötigt nicht viel dafür: Ein paar Laufschuhe und eine Laufstrecke reichen schon aus, etwas Zeit ist Bedingung und ein Joggingpartner mehr als willkommenen. Manchmal braucht es auch etwas Elan, um den ersten Schritt zu tun und um vor die Tür zu gehen, aber schon kurze Zeit später empfindet man einen laufenden Gefallen, fühlt sich sogar frisch und befreit.

Ich war 13 als ich den Spaß an der Leichtathletik entdeckte. Meine ersten schnellen Schritte machte ich im Sportverein Blau-Weiß Petershagen, in dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin. Wir trainierten dreimal in der Woche etwa zwei Stunden, was vielleicht viel klingt, war es aber nicht, denn das Training war so abwechslungsreich, dass mir nie die Lust verging. Wir sind nicht nur gelaufen, sondern haben auch Hoch- oder Weitsprung gemacht, Fuß- und Handball oder Brennball gespielt und sind im Winter in Skilager gefahren. Natürlich ging es auch darum, bei den Spielen zu gewinnen, bei Staffelläufen schnell zu sein und Ehrgeiz zu entwickeln, doch habe ich von dieser Zeit vor allem das Zusammensein mit Freunden und die Unbeschwertheit in Erinnerung behalten. Am schönsten waren im Sommer die zweiwöchigen Trainingslager: zusammen mit anderen Sportlern, jede Menge Spaß und mal weg von den Eltern.

Meine Eltern bremsten mich zunächst in meinem sportlichen Drang: Ich sollte mich mehr auf die Schule als auf den Sport konzentrieren. Sie sahen in mir weniger eine mit Medaillen dekorierte Olympionikin als vielmehr eine erfolgreiche Ärztin, die einmal in ihre Fußstapfen treten könnte. Doch einmal so eng mit diesem schönem Sport verbunden, konnte mir niemand mehr die entdeckte Leidenschaft am Laufen nehmen.

© Betty Shepherd

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Es ist wichtig für mich, Ziele zu haben, doch als ich mit dem Laufen begann, spielten zeitliche Vorgaben nur eine geringe Rolle. Eine Stoppuhr benutzte ich nur selten, meist nur bei kurzen Sprints auf der Bahn oder wenn ich meine 8-Kilometer-Lieblingsrunde mal wieder testen wollte. Abwechslung suchte ich zudem darin, immer wieder neue Laufstrecken zu probieren, egal ob im Wald oder auf der Straße, ob flach oder bergig. Geliebt habe ich es, mit der Trainingsgruppe in den Sommerferien ans Meer zu fahren und am Strand zu laufen. Im Herbst und Winter haben mich vor allem Crossläufe begeistert.

Was mich am meisten als junges Mädchen faszinierte, waren vor allem der Spaß am Training und das Gefühl, in einem Team unter Freunden zu sein. Ihr könnt Euch sicher gut vorstellen, dass mir dies auch bei Wettkämpfen die ersten Schritte leicht machte.
Wir sind einfach um die Wette gerannt: in Shorts und Shirts aus Baumwolle und einfachen Stoffschuhen, weit weg von der heutigen Hightech-Ware, aber mit der Gewissheit, dass man schnell laufen kann, wenn man sich nur ausreichend bewegt.

Erschienen im Juli 2005