Dieser Artikel wurde von Janett Walter aus dem Take The Magic Step™-Team verfasst. Janett ist Diplom-Ernährungswissenschaftlerin und studierte an der Friedrich- Schiller-Universität in Jena.

© Betty Shepherd
Der Herbst hat Einzug gehalten und Halloween steht vor der Tür. Überall im Land sind nun große und kleine Kinder damit beschäftigt, gruselige Gesichter in Kürbisse zu schnitzen. Diese schaurig- schönen Kunstwerke leuchten in Fenstern und Haus- eingängen und schauen auf kleine Monster, Piraten, Prinzessinnen, Hexen und Gespenster, die von Haus zu Haus ziehen. Sie klopfen an unsere Türen und drohen uns mit Streichen, wenn wir ihnen nicht die hoffnungsvoll erwarteten Süßigkeiten geben.
In Kürbissen steckt jedoch viel mehr, als dass man sie nur zum Dekorieren verwenden sollte. Sie sind großartige Lieferanten von Vitamin A, C und Kalium und haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Selbst die Kerne, die oft beim Kürbisschnitzen einfach entsorgt werden, sind im Sinne der Ernährung kleine Wunderwerke.
Ursprung und Geschichte von Halloween
Die Geschichte von Halloween(1) reicht mehr als 2.000 Jahre zurück. Das Fest stammt ursprünglich aus keltischen Traditionen (Stämme in Nord-Frankreich, Großbritannien sowie Irland) und feiert das Ende des Sommers sowie den Beginn des neuen Jahres. Das Wort „Halloween“ geht vermutlich auf „All Hallows Eve“ zurück. Das entspricht im Deutschen dem Abend vor Allerheiligen (1. November), einem Feiertag der römisch-katholischen und anglikanischen Kirche. Eine weitere Bezeichnung für diesen Tag ist Samhain. Damals glaubten die Menschen, dass in dieser Nacht die Grenzen zwischen den Lebenden und Toten verschwimmen und die Geister der Verstorbenen auf die Erde zurückkehren.
Zur selben Jahreszeit zelebrierten die Römer(1) zwei Feste: Pomona – die Göttin der Früchte – und Feralia – das Fest der Verstorbenen. Als die Römer nach Großbritannien kamen, verschmolzen Samhain, Pamona und Feralia wahrscheinlich miteinander und es entwickelte sich eine frühe Form des heutigen Halloween.
Heutzutage verbinden wir drei Symbole mit Halloween: Kürbisse, natürlich Kostüme und die Aufforderung „Trick or Treat“ - Süßes, sonst gibt’s Saures!
Kürbisse mit eingeschnitzten Gesichtern sind auch bekannt unter dem Namen Jack O’Lantern (Jack mit der Laterne). Sie gehen zurück auf die Legende des Iren Jack(2), dem es gelungen war, den Teufel auszutricksen. Jack entlockte ihm das Versprechen, seine Seele nach seinem Tode nicht zu sich zu holen. Nachdem Jack verstorben war, verwehrte Gott ihm wegen seiner verwerflichen Taten aber ebenfalls Einlass. Ohne Zutritt zu Himmel und Hölle begab sich Jack mit einer glühenden Kohle, die ihm der Teufel gab, in die ewige, dunkle Nacht. Jack steckte die Kohle in eine ausgehöhlte Rübe und mit dieser Laterne machte er sich als „verdammte Seele“ auf seinen Weg durch die Unendlichkeit. Später ersetzten der Einfachheit halber irische Einwanderer in den USA die Rübe durch einen Kürbis.
Ebenfalls auf keltische Traditionen zurückzuführen, sind Kostüme(1) an Halloween. Es gehörte zu den Samhain-Feierlichkeiten, sich mit Kostümen aus Tierhäuten zu verkleiden und dies zur Schau zu stellen.
Trick Or Treat(3) stammt wahrscheinlich aus alten englischen Traditionen, den Gedenktag Allerseelen (römisch-katholischer Feiertag am 2. November) zu feiern. Damals bettelten die Armen um etwas zu essen und erhielten so genannte „Seelenkuchen“. Als Gegenleistung sprachen sie ein Gebet für die verstorbenen Familienmitglieder der Gebenden.
Hier ein paar interessante Fakten zu Halloween: Das statistische Bundesamt(4) der USA hat Daten aus den Jahren 2004 und 2005 analysiert und dabei festgestellt, dass es in den USA etwa 36,1 Millionen potenzielle „Trick or Treaters“ im Alter zwischen 5 und 13 Jahren gibt, die an 108 Millionen potenziellen Häusern klingeln könnten.
Im Jahr 2004 wurden Schokolade, Schokoladenprodukte und andere Süßigkeiten im Wert von 19,2 Milliarden US-Dollar produziert. Das spiegelte sich in einem durchschnittlichen pro Kopfverbrauch von fast 12 Kilogramm Süßwaren wider. Die Behörde geht davon aus, dass ein Großteil dieser Menge während Halloween verzehrt wurde.
2005 wurden in den USA etwa eine halbe Milliarde Kilogramm Kürbisse geerntet. Vermutlich wurde eine großer Teil davon für die Herstellung von Jack O’Lanterns oder Kürbis-Pies verwendet.
Nährwert
Kürbisse besitzen großartige gesundheitsfördernde Eigenschaften! Sie gehören zur Familie der Cucurbitaceae - auch Kürbisgewächse genannt - und sind vielseitig verwendbar. Für Kuchen, Muffins, Brot, Bagels, Eintöpfe, Kekse und andere Gerichte werden meist Kürbisse aus drei Pflanzengattungen verwendet: Cucurbita pepo, Cucurbita maxima und Cucurbita moschata. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über einige beliebte Sorten.
| Cucurbita pepo | Cucurbita maxima | Cucurbita moschata |
| Acorn-Kürbis | Bananenkürbis | Butternut-Kürbis |
| Delicata-Kürbis | Buttercup-Kürbis | Dickinson-Feldkürbis |
| Spaghettikürbis | Delicious-Kürbis | Kentucky-Feldkürbis |
| Autumn-Kürbis | Hubbard-Kürbis | Buckskin-Kürbis |
| Peek-a-boo-Kürbis | Turban-Kürbis | Käsekürbis |
| Scallop-Kürbis | Prizewinner-Kürbis | Thaikürbis |
Bevölkerungsstudien(5) haben gezeigt, dass eine Ernährung mit einem hohen Kürbisanteil (Cucurbita moschata-Sorten) den Blutzuckerspiegel senken kann. Dafür verantwortlich sind so genannte Polysacharide. Sie erhöhen die Insulinproduktion im Körper und können dadurch ein Absinken des Blutzuckerspiegels bewirken. Darüber hinaus besitzen diese Polysacharide zellschützende und antioxidative Eigenschaften.
Sie haben Lust auf einen Snack? Probieren Sie doch einmal getrocknete oder geröstete Kürbiskerne, die schmecken wunderbar nussig.
In der chinesischen Medizin werden sie (Cucurbita moschata-Sorten) traditionell gegen verschiedene Arten von Wurminfektionen (Band-, Spul- und Plattwürmer) eingesetzt. Außerdem haben pharmakologische Studien gezeigt, dass in ihnen Stoffe enthalten sind, die Leberzellen schützen und Tumor-bekämpfende Eigenschaften haben. Eine Ernährung, die diese Kürbiskerne (Cucurbita moschata-Sorten) in den Speiseplan integriert, wird außerdem mit einem verminderten Auftreten von Magen-, Brust-, Lungen- und Colorectalkrebs assoziiert.
Weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften von Kürbiskernen(7) (Cucurbita maxima-Sorten) sind die Vorbeugung von Prostatavergrößerungen oder die Verkleinerung von bereits vergrößerten Prostatas, die Verzögerung von Bluthochdruck sowie die Verminderung von Hypercholesterinämie (zu hoher Blut-Cholesterinspiegel) und Arthritis. Außerdem helfen sie gegen Blasenschwäche.
Kürbisse sind ein großartiger Lieferant von Vitamin A, C und Kalium. Ihre Kerne stecken voller Vitamin K, Riboflavin und Folsäure sowie Magnesium und Eisen. Folglich liefern Kürbisse und ihre Kerne unserem Körper eine große Palette an Nährstoffen, die während der Kürbissaison auf keinen Fall auf Ihrem Speiseplan fehlen sollten. Da sie in vielen Gegenden angebaut werden, sollte es kein Problem sein, einen Anbieter in Ihrer Region zu finden.
Die folgende Nährwerttabelle(8) gibt Ihnen einen zusätzlichen Überblick über die wichtigsten Nährstoffe, die in verschiedenen rohen Kürbissorten sowie Kürbiskernen enthalten sind. Die angegebenen Werte beziehen sich auf 100 Gramm rohen Kürbis sowie etwa 30 Gramm getrocknete und geschälte Kürbiskerne.
| Nährwerte | Acorn- Kürbis | Butternut- Kürbis | Hubbard- Kürbis | Spaghetti- Kürbis | Jack O’Lantern Kürbisse | Getrocknete Kürbiskerne |
| Kalorien | 56 kcal | 63 kcal | 46 kcal | 31 kcal | 30 kcal | 153 kcal |
| Kohlenhydrate | 15 g | 16 g | 10 g | 7 g | 8 g | 5 g |
| Ballaststoffe | 2 g | 3 g | 0 g | 0 g | 1 g | 1 g |
| Protein | 1 g | 1 g | 2 g | 1 g | 1 g | 7 g |
| Fett | 0 g | 0 g | 1 g | 1 g | 0 g | 13 g |
| Wasser | 123 g | 121 g | 102 g | 92.5 g | 106 g | 2.0 g |
| Vitamine | C, B 1, B 6 & A | A, C, E, B 6 | A, C, B 6 | Niacin & B 6 | A, C, Riboflavin, E | K, Riboflavin, Folsäure, B 1 & B 6 |
| Mineralien | Kalium, Mangan & Magnesium | Kalium, Mangan, Magnesium & Calcium | Kalium, Mangan & Magnesium | Mangan | Kalium, Kupfer & Mangan | Mangan, Magnesium, Phosphor, Eisen, Kupfer & Zink |
Wie bereits erwähnt, sind Kürbisse sehr reich an Beta-Karotin, der pflanzlichen Vorstufe von Vitamin A. Im Körper wird es in Vitamin A umgewandelt. Mit einer Tasse der Jack O’Lantern-Kürbissorten (Cucurbita pepo und Cucurbita maxima), würden Sie 8.567 IE (Internationale Einheiten) an Vitamin A zu sich nehmen. Die täglich empfohlene Menge (RDA = Recommended Daily Allowances) liegt bei 2.310 IE (für Frauen) und bei 3.000 IE (für Männer). Beta-Karotin und Vitamin A erfüllen wichtige Funktionen in unserem Körper. Beta-Karotin ist ein starkes Antioxidant und Vitamin A ist unverzichtbar für unser Sehvermögen, unsere Fortpflanzung sowie für Wachstum, Entwicklung und Differenzierung unseres Gewebes und der Knochen.
In diesem Jahr wurde ein neuer Kürbis-Weltrekord aufgestellt. In Rhode Island (einem Bundesstaat der USA) wurde der bislang größte Kürbis der Welt von sage und schreibe 766,12 Kilogramm geerntet. Mit diesem Gewicht wurde der alte Weltrekord um 84,82 Kilogramm übertroffen. Sie werden sehr wahrscheinlich etwas unspektakulärere Kürbisrationen auf Ihrem Speiseplan haben. Jedoch hoffen wir, dass unsere Informationen Sie zu mehr Appetit und Lust auf Kürbisgerichte inspiriert haben. Genießen Sie die Kürbiszeit und die damit verbundenen Halloween-Feierlichkeiten.
Quellenangaben
(1) The Burke Museum of Natural History and Culture:
Halloween’s Ancient Roots: From Ireland and Rome to the United States. www.washington.edu/burkemuseum/RR/HALLOWEEN/halloween.htm, retrieved October 2007.
(2) University of Illinois Extension: Pumpkins & More. www.urbanext.uiuc.edu/pumpkins/history.html, retrieved October 2007.
(3) The History Channel: The History of Halloween – Modern Traditions. www.history.com/minisite.do?content_type=Minisite_Generic&content_type_id=714&display_order=1&sub_display_order=2&mini_id=1076, retrieved October 2007.
(4) U.S. Census Bureau: Facts for Features: Halloween: Oct. 31, 2006. www.census.gov/newsroom/releases/archives/facts_for_features_special_editions/cb06-ff15.html, retrieved October 2007.
(5) Yang X, Zhao Y and Lv Y: Chemical Composition and Antioxidant Activity of an Acidic Polysaccharide Extracted from Cucurbita moschata Duchesne ex Poiret. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2007;55:4684-4690.
(6) Koike K, Lijuan WL, Hata E and Nikaido T: New Phenolic Glycosides from Seeds of Cucurbita moschata. Chem Pharm Bull 2005;53(2)225-228.
(7) Stevenson DG, Eller FJ, Wang L, Jane JL, Wang T and Inglett GE: Oil and Tocopherol Content and Composition of Pumpkin Seed Oil in 12 Cultivars. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2007;55:4005-4013.
(8) NutritionData – Nutrition Facts and Calorie Counter: Raw Winter Squash and Dried Squash Seeds. www.nutritiondata.com, retrieved October 2007.
© Janett Walter und Take The Magic Step
