Chicago-Marathon mit 45.000 Läufern und starkem Feld am Sonntag

Der Start des Chicago-Marathons. © www.photorun.net

Der Start des Chicago-Marathons. © www.photorun.net

Mit dem Chicago-Marathon wird am kommenden Sonntag eines der hochkarätigsten und größten Rennen über die 42,195 km des Jahres gestartet. Viermal wurden in der Geschichte der Veranstaltung Weltrekorde aufgestellt, zuletzt im Jahr 2002 durch Paula Radcliffe (England) mit 2:17:18 Stunden. Auf der schnellen, allerdings windanfälligen Strecke hat es immer wieder großartige Siegzeiten gegeben. Nicht umsonst zählt der Chicago-Marathon neben Boston, London, Berlin und New York zu den World Marathon Majors (WMM).

Im vergangenen Jahr allerdings hatten die Chicagoer Pech, denn wie bei einer Reihe von anderen Marathonrennen herrschten 2007 extreme Witterungsbedingungen. Bei großer Hitze musste der Chicago-Marathon aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. 25.534 Läufer erreichten vor einem Jahr trotzdem das Ziel. Am Sonntag dürfte sich diese Zahl im Bereich von rund 35.000 bewegen. Nie zuvor war der Chicago-Marathon so früh ausgebucht wie in diesem Jahr. Bereits am 23. April waren alle 45.000 zur Verfügung stehenden Startnummern vergeben.

Die extreme Wärme hatte im vergangenen Jahr auch Einfluss auf die Siegzeiten. In für normale Chicago-Verhältnisse gemächlichen 2:11:11 Stunden gewann der Kenianer Patrick Ivuti das Rennen. Dabei lieferte er sich ein im Marathon einmaliges Kopf-an-Kopf-Rennen, das mit einem Fotofinish endete: Ivuti hatte schließlich einen Vorsprung von nur fünf Hundertstelsekunden auf den Marokkaner Jaouad Gharib. Bei den Frauen gewann die Äthiopierin Berhane Adere in 2:33:49 Stunden mit drei Sekunden Vorsprung vor Adriana Pirtea. Die Rumänin hatte kurz vor dem Ziel bereits zu feiern begonnen und wurde dann noch von Adere eingeholt. Während bei den Männern am Sonntag im Rennen um die 125.000-Dollar-Siegprämie Ivuti und Gharib nicht dabei sein werden, kommt es bei den Frauen zu einem neuen Aufeinandertreffen zwischen Adere und Pirtea.

Bezüglich der World Marathon Majors-Serie 2007-2008 kann es aufgrund des Starterfeldes in Chicago keine gravierenden Änderungen geben. Während bei den Frauen die Entscheidung erst beim New York-Marathon am 2. November fallen wird, spricht bei den Männern immer mehr für den Kenianer Martin Lel. Lediglich sein Landsmann Robert Cheruiyot, der die erste Serie 2006-2007 gewonnen hatte, könnte ihn mit einem Sieg noch überholen. Doch Cheruiyot soll unter Verletzungsproblemen leiden. Er ging in den vergangenen zwei Jahren stets in Chicago an den Start und gewann 2006. Doch dieses Mal steht er nicht auf der Startliste.

Der Sieger dürfte am Sonntag trotzdem aus Kenia kommen, denn die Ostafrikaner dominieren die Elite-Startliste. Vier Läufer werden mit Bestzeiten von unter 2:07 Stunden in Chicago an den Start gehen – alle kommen aus Kenia. Der schnellste von ihnen ist William Kipsang, der im April den Rotterdam-Marathon in 2:05:49 Stunden gewann. Emmanuel Mutai (2:06:15), Richard Limo (2:06:45) und Moses Arusei (2:06:50) sind die anderen drei.

Bei den Frauen steht neben der Neuauflage des Vorjahresduells Adere gegen Pirtea vor allem die Olympiasiegerin im Blickpunkt: Constantina Tomescu-Dita (Rumänien) wagt sich nur acht Wochen nach dem größten Triumph ihres Lebens schon wieder an einen hochkarätigen Marathon. In Chicago hat sie allerdings gute Erfahrungen gemacht: 2004 siegte sie, 2003 und 2005 wurde sie jeweils Zweite. Vor drei Jahren lief Tomescu-Dita hier zudem mit 2:21:30 ihre persönliche Bestzeit. Auch Adere startete übrigens in Peking, gab jedoch das Rennen auf. Für die Titelverteidigerin, die zum dritten Mal in Folge gewinnen könnte, wird es allerdings schon der fünfte Marathon innerhalb eines Jahres: Nach Chicago 2007 folgten in diesem Jahr Dubai, London und Peking. Das wird schwer für Berhane Adere. Ihre Landsfrau Bezunesh Bekele (Bestzeit: 2:23:09) sowie die beiden Russinnen Lidiya Grigoryeva (2:25:10) und Alevtina Biktimirova (2:25:12) haben vielleicht bessere Karten.