Brite Mo Farah stoppt Sergiy Lebids Siegserie bei Cross-EM

Mo Farah gewinnt Gold bei der Cross-EM. © www.photorun.net

Mo Farah gewinnt Gold bei der Cross-EM. © www.photorun.net

Zehn Jahre nach dem Sieg von Jon Brown stellt Großbritannien wieder einen Crosslauf-Europameister bei den Männern. Der 23-jährige Mo Farah, der in Somalia geboren wurde, entthronte damit zugleich den Seriensieger und Topfavoriten Sergiy Lebid. Der Läufer aus der Ukraine wollte zum sechsten Mal in Folge und zum siebenten Mal insgesamt die Goldmedaille bei diesen Titelkämpfen gewinnen. Doch am Ende hatte Lebid einen Rückstand von 30 Sekunden auf seinen Nachfolger und belegte nur Rang zwölf im italienischen San Giorgio su Legnano in der Nähe von Mailand.

In der zweiten Hälfte der letzten von fünf Runden löste sich Mo Farah aus der Spitzengruppe und rannte zum größten Erfolg seiner Karriere. Nach 27:56 Minuten hatte er die 9,95 Kilometer lange Strecke absolviert. Der Portugiese Fernando Silva kam mit klarem Abstand in 28:03 ins Ziel, Juan Carlos de la Ossa (Spanien) sicherte sich die Bronzemedaille in 28:06. Er sei sehr überrascht gewesen, als Lebid schon eingangs der letzten Runde etwa zehn Meter Rückstand hatte, sagte Mo Farah.

„Ich hatte ein gutes Gefühl und war zuversichtlich, denn mein Training lief gut”, sagte Mo Farah, der im August bei den Europameisterschaften in Helsinki bereits als Zweiter über 5.000 m überrascht hatte. „Entscheidend für dieses gute Jahr war, dass ich im Vorfeld endlich einmal verletzungsfrei trainieren konnte.”

Eine Überraschung gab es auch bei den Frauen. Hier siegte Tetyana Holovchenko über die 8,03-km-Strecke mit einer Zeit von 25:17 Sekunden. Die Entscheidung war wesentlich knapper als bei den Männern, denn nur eine Sekunde hinter der 26-jährigen Ukrainerin kam die Russin Maria Konovalova ins Ziel. Dritte wurde die Serbin Olivera Jevtic in 25:21. Wie bei den Männern gab es auch bei den Frauen für die vermeintliche Favoritin keine Medaille: Jo Pavey (Großbritannien) wurde als Gold-Kandidatin gehandelt, doch am Ende blieb ihr nur Rang acht in 25:38 Minuten.

„Ich hatte gehofft, vielleicht auf das Treppchen zu kommen – aber an den Sieg hatte ich nie gedacht”, erklärte Tetyana Holovchenko, die bisher eher als Mittelstreckenläuferin auf sich aufmerksam gemacht hatte. Ihre Bestzeiten stehen hier bei 2:00,81 Minuten über 800 m und 4:05,01 Minuten über 1.500 m.

Äthiopier Tolossa stoppt Kenias Siegserie in Honolulu

Der Äthiopier Ambesse Tolossa hat die kenianische Siegserie beim Honolulu-Marathon gestoppt. Er gewann das Rennen in 2:13:42 Stunden vor dem fünffachen Honolulu-Sieger Jimmy Muindi, der mit deutlichem Rückstand nach 2:14:39 im Ziel war. Zehnmal in Folge hatten die Kenianer zuletzt den Honolulu-Marathon gewonnen. Schnellste Frau war die Russin Lyubov Denisova, die mit 2:27:19 Stunden einen neuen Kursrekord aufstellte. Den alten Streckenrekord war ihre Landsfrau Lyubov Morgunova vor zwei Jahren mit 2:27:33 gelaufen. Morgunova war aufgrund einer Verletzung nicht am Start.

Für das Marathonrennen, das einst aufgrund des starken japanischen Interesses das weltweit größte Rennen über die klassischen 42,195 km gewesen ist, hatten in diesem Jahr 28.635 Läufer gemeldet. Darunter waren knapp 18.000 Japaner. Aufgrund der Witterungsbedingungen wird der Honolulu-Marathon bereits um 5 Uhr morgens gestartet.

Im Rennen der Männer hatte sich ein Zweikampf zwischen Tolossa und Muindi entwickelt. Bei Kilometer 32 versuchte sich der Kenianer zu lösen, doch dieses Vorhaben misslang. Tolossa folgte ihm und attackierte seinerseits entscheidend bei 37 Kilometern. Hier erlief der Äthiopier einen Vorsprung, den der Kenianer nicht mehr aufholen konnte. Dritter wurde Muindis prominenter Landsmann Eric Wainana, der im Marathon bei Olympia 1996 Bronze und vier Jahre später in Sydney Silber gewonnen hatte. Wainana lief in Honolulu 2:16:08 Stunden.

Muindi war nach dem Rennen nicht gut zu sprechen auf den Sieger Tolossa, dem er vorwarf zu wenig Tempoarbeit geleistet zu haben. „Diese Art des Wettkampfes ist schlecht, es war unfair”, wird der Kenianer auf der Internetseite des Honolulu-Marathons zitiert und fügte fast beleidigt hinzu: „Für einen Sieg ist seine Zeit schlecht.” Für Tolossa war es bereits der dritte Marathonsieg des Jahres. Er hatte im Februar in Tokio und im Juni in San Diego gewonnen.

Bei den Frauen fiel die Vorentscheidung kurz vor der 25-km-Marke, als sich Lyubov Denisova von der späteren zweitplatzierten Alevtina Biktamirova (Russland/2:29:42) löste. Dritte wurde die Japanerin Eri Hayakawa (2:32:31), die das Rennen vor drei Jahren gewonnen hatte. Titelverteidigerin Olesya Nurgalieva (Russland) belegte in 2:36:02 Rang vier. „Ich war nicht als Eliteläuferin eingeladen und war deshalb besonders motiviert: Ich wollte zeigen, dass ich gewinnen kann”, sagte Lyubov Denisova, die eine Marathon-Bestzeit von 2:25:18 Stunden aufweist.

Kenianische Siege in Las Vegas und Dallas

Vor einem Jahr wurde viel Wirbel um den neuen Las Vegas-Marathon veranstaltet. Mit einer neuen, flachen Strecke wollten die Organisatoren auf Weltrekordjagd gehen. 2,5 Millionen US-Dollar waren ausgelobt für eine neue Bestzeit – das wäre die höchste Prämie der Leichtathletik-Geschichte gewesen. Doch ein Jahr später war von diesen Träumen keine Rede mehr.

Immerhin rund 16.000 Läufer gingen in Las Vegas am frühen Morgen an den Start. Am Ende siegte wie vor einem Jahr ein Kenianer: Joseph Kahugu lief 2:16:43 Stunden und war damit fast fünf Minuten langsamer als Stephen Kiogora 2005 (2:11:56). Auch die Siegprämie fiel deutlich geringer aus als zuletzt: 15.000 Dollar bekam Kahugu im Vergleich zu 50.000 Dollar im vergangenen Jahr. Da Joseph Kahugu jedoch die mit Vorsprung ins Rennen gegangenen Elite-Frauen überholte, sicherte er sich einen zusätzlichen Jackpot von 50.000 Dollar. Diese Entscheidung war eine spannende, denn Jemima Jelagat (Kenia), die bei ihrem Debüt in 2:35:25 Stunden gewann, wurde von Kahugu erst 800 Meter vor dem Ziel überholt.

Zweikämpfe zwischen Männern und Frauen mit entsprechenden Zeitvorgaben werden bei Marathonrennen der zweiten und dritten Kategorie immer beliebter. Dadurch entsteht ein zusätzliches Spannungselement. Auch beim Dallas-Marathon holte am Sonntag der schnellste Mann die schnellste Frau ein: Kurz vor Kilometer 39 passierte der Kenianer Moses Kororia die Russin Svetlana Ponomarenko und sicherte sich dadurch neben der Siegprämie von 10.000 Dollar weitere 25.000 Dollar. Mit 2:12:04 rannte der Debütant Kororia ebenso Kursrekord wie Ponomarenko, die nach 2:29:55 Stunden im Ziel war.