Berlin-Zweiter Gudisa Shentema gewinnt Halbmarathon in Trentino

Haile Gebrselassie wird in Fukuoka starten. © Victor Sailer

Haile Gebrselassie wird in Fukuoka starten. © Victor Sailer

Sieben Wochen nach dem Berlin-Marathon ist der Äthiopier Gudisa Shentema wieder ein Rennen gelaufen und hat gewonnen. Nachdem er in Berlin hinter seinem Landsmann Haile Gebrselassie in 2:10:43 Stunden überraschend Zweiter geworden war, siegte er nun beim Garda-Trentino-Halbmarathon in Italien in 64:08 Minuten vor dem Kenianer Peter Kiplagat (64:58) und dem Russen Sergej Zachepa (65:08). Schnellste Frau war die Italienerin Elisa Desco in 1:14:58 Stunden.

An einem insgesamt ruhigen Wochenende im internationalen Straßenlauf fand am Wochenende der jährlichen Gala des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF in Monte Carlo ein internationaler Marathon statt. Beim Monaco-Marathon war auf dem hügeligen Kurs war bei warmer Witterung ein 20-jähriger Kenianer der schnellste: Wilfried Cheserek gewann in 2:17:21 Stunden vor dem Russen Andrey Bryzgalov (2:17:50). Jacob Kitur (Kenia) wurde Dritter in 2:18:55. Einen fast zweiminütigen Vorsprung hatte die schwedische Siegerin Lena Gavelin, die nach 2:39:28 im Ziel war. Zweite wurde Olena Sannko (Ukraine/2:41:26), Dritte Kristina Kuta (Polen/2:45:38).

Der Monaco-Marathon, der grenzüberschreitend auch über italienischen und französischen Boden führte, war allerdings vergleichsweise nicht so hochklassig besetzt wie die IAAF-Gala, bei der der Sprinter Asafa Powell (Jamaika) und die 400-Meter-Läuferin Sanya Richards (USA) als Welt-Leichtathleten des Jahres 2006 ausgezeichnet wurden.

Geehrt wurden auch Läufer: So erhielt Meseret Defar den Preis für die beste Leistung des Jahres. Im Juni hatte die Äthiopierin in New York den 5.000-m-Weltrekord der Türkin Elvan Abeylegesse um 0,15 Sekunden auf 14:24,53 Minuten verbessert.

Neben Defar wurde der legendäre Mittelstreckenläufer Hicham El Guerrouj (Marokko) mit dem ,Distinguished Career Award’ für seine Lebensleistung ausgezeichnet. Der Doppel-Olympiasieger von 2004 in Athen (1.500 m und 5.000 m) hält immer noch den 1.500-m-Weltrekord mit 3:26,00 Minuten. Zum Trainer des Jahres wurde der Äthiopier Woldemeskel Kostre gewählt. Er hat so gut wie alle äthiopischen Weltklasseläufer betreut, darunter auch Haile Gebrselassie und Kenenisa Bekele.

Gebrselassie gibt Startzusage für Fukuoka-Marathon

Währenddessen gab Haile Gebrselassie bekannt, dass er genau zehn Wochen nach seinem Start beim Berlin-Marathon erneut über die klassischen 42,195 Kilometer laufen wird. Der Äthiopier gab inzwischen offiziell seine Startzusage für den Fukuoka-Marathon am 3. Dezember. Bereits nach dem Berlin-Marathon hatte Haile Gebrselassie angekündigt, eventuell in Japan nochmals einen Marathon laufen zu wollen. Nach London im April wird dies nun sein drittes Rennen über diese Distanz in diesem Jahr.

Marathonläufer seines Kalibers rennen in der Regel nur zweimal im Jahr die klassische Distanz, um sich nicht auszubrennen. Insofern ist die Erklärung von Haile Gebrselassie erstaunlich, die er der äthiopischen Korrespondentin der Internetseite www.iaaf.org gab: „Je länger die Pausen zwischen den Marathonläufen sind, desto schwerer ist es, immer wieder in Form zu kommen.” Rekordpläne hat Haile Gebrselassie angeblich nicht. Das Ziel des 33-Jährigen ist es, in Fukuoka zu gewinnen.

Abgesehen von einem Rennen als Jugendlicher in Addis Abeba war der Berlin-Marathon sein vierter Lauf über die 42,195 km. Dabei verbesserte sich Haile Gebrselassie auf 2:05:56 Stunden, verpasste aber damit erneut den Weltrekord seines Rivalen Paul Tergat (Kenia/2:04:55). Der Äthiopier hält damit aber die Jahresweltbestzeit.

Haile Gebrselassie kündigte an, sich künftig noch stärker auf die Marathondistanz konzentrieren zu wollen und weniger kürzere Strecken zu laufen. Gebrselassie erklärte, er sei sich nicht sicher, ob er noch eine olympische Goldmedaille im Marathon gewinnen könne, glaube aber, dass er den Weltrekord brechen könne.