
Abdi Abdirahman © www.photorun.net
Der Kenianer Martin Mathathi und die Äthiopierin Wude Ayalew haben das größte 10-km-Rennen der Welt gewonnen: Beim traditionellen Peachtree-Lauf in Atlanta gingen 55.000 Läufer an den Start. Integriert in die 38. Auflage waren die US-Straßenlaufmeisterschaften über 10 km. Hier triumphierte Abdi Abdirahman, der im offenen Rennen als Zweiter hinter Mathathi ins Ziel kam.
Kilometer acht hatten Mathathi und Abdirahman nach 22:32 Minuten gemeinsam erreicht. Der Amerikaner, der aus Somalia stammt, versuchte sich dann zu lösen. Er wäre der erste amerikanische Sieger seit Ed Eyestone, der vor 16 Jahren in Atlanta triumphierte, gewesen. Doch Mathathi hielt gegen, löste sich seinerseits kurz vor dem Ziel von Abdirahman und gewann in 28:01 Minuten, wofür er sich ebenso wie die Siegerin 15.000 Dollar verdiente. Ganz zufrieden war Martin Mathathi dennoch nicht. Es sei sein Ziel gewesen, hier eine Minute schneller zu laufen, erklärte er später. Damit hätte er den Weltrekord von Haile Gebrselassie gebrochen. Der Äthiopier war 2002 in Doha 27:02 Minuten gelaufen. Nach wie vor gibt es keinen Läufer, der über 10 km auf der Straße eine Zeit unter 27 Minuten erreicht hat.
Hinter Abdi Abdirahman, der nach 28:12 Minuten im Ziel war und aufgrund seines US-Titels sogar Prämien in Höhe von 17.500 Dollar erhielt, wurde der Kenianer Nicholas Kamakya in 28:20 Dritter. Boaz Cheboiywo (Kenia/28:26) lief auf Rang vier, gefolgt von Marathonläufer Ryan Hall (USA/28:35), der im letzten Teil des Rennens noch deutlich aufgeholt hatte.

Mizuki Noguchi © www.photorun.net
Flotte 31:44 Minuten lief Wude Ayalew bei überraschend niedrigen Temperaturen von rund 20 Grad Celsius (in Atlanta kann die Temperatur durchaus doppelt so hoch sein). Die schnellste Frau hatte beim Peachtree-Rennen starke Konkurrenz. Nur vier Sekunden hinter ihr erreichte die Kenianerin Alice Timbilil das Ziel. Dritter wurde Katie McGregor (USA) in 32:41. Doch für die Überraschung des Tages sorgte Sara Hall. Die Frau von Ryan, die eigentlich kürzere Distanzen vorzieht, wurde Vierte in 32:58 Minuten. Auf Rang sechs lief KIMbias Kathy Butler (Großbritannien) mit 33:27.
Olympiasiegerin Noguchi gewinnt Sapporo-Halbmarathon
Marathon-Olympiasiegerin Mizuki Noguchi hat zum zweiten Mal in Folge den Sapporo-Halbmarathon in Japan gewonnen. Dabei verpasste die Japanerin ihren eigenen Kursrekord nur um acht Sekunden. Nach 68:22 Minuten war die 29-Jährige im Ziel. Mizuki Noguchi wird sich nun voraussichtlich auf den Tokio-Marathon vorbereiten, wo sie sich im November für die Olympischen Spiele in Peking 2008 qualifizieren möchte. Es könnte dort zu einem Aufeinandertreffen mit der Marathon-Olympiasiegerin von Sydney, ihrer Landsfrau Naoko Takahashi, kommen.
Die Kenianerin Evelyne Kimwei hatte bei warmen Wetterbedingungen zunächst die Führung übernommen, doch nach gut 13 Kilometern wurde sie langsamer und Mizuki Noguchi zog vorbei. „Ich wollte mein eigenes Tempo laufen“, erklärte Mizuki Noguchi gegenüber der Internetseite des Welt-Leichtathletikverbandes IAAF (www.iaaf.org). Eine starke neue Bestzeit lief die Britin Mara Yamauchi. Sie erreichte nach 68:45 Minuten als Zweite das Ziel und verbesserte sich um 39 Sekunden. Yamauchi wird beim WM-Marathon Ende August in Osaka an den Start gehen.
Gekrönt wurde die 50. Auflage des Sapporo-Halbmarathons mit einem Streckenrekord bei den Männern. Der Kenianer Mekubo Mogusu erzielte die erste Zeit unter einer Stunde in Sapporo. Von Beginn an hatte er die Initiative ergriffen. Am Ende wurde Mogusu zwar langsamer, doch er schlug die Stunde mit 59:54 Minuten. Mit deutlichem Abstand wurde Asefa Girma (Äthiopien/61:31) Zweiter. Auf Rang drei lief der Japaner Atsushi Sato (61:38).
Haile Gebrselassie jagt eine Dollar-Million
Noch bevor Haile Gebrselassie beim real,- Berlin-Marathon am 30. September den Weltrekord angreifen will, hat er sich bereits auf die nächste Rekordjagd festgelegt. Am 18. Januar 2008 wird der Äthiopier, der in seiner Karriere bisher 23 Weltrekorde aufgestellt hat, zum ersten Mal beim Standard Chartered Dubai-Marathon antreten. Dies wird sein finaler Marathon vor den Olympischen Spielen in Peking sein, wo er zum ersten Mal über die klassischen 42,195 km an den Start gehen möchte.
Der Dubai-Marathon lockt mit enormen Preisgeldern. Die beiden Sieger erhalten alleine jeweils 250.000 Dollar – das ist doppelt so viel wie das bisher höchste Preisgeld bei einem Marathon. Wer bei dem Marathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten Weltrekord läuft, erhält einen Bonus von einer Million US-Dollar. Bei den Männern hält der Kenianer Paul Tergat mit 2:04:55 Stunden (Berlin 2003) die Bestmarke, bei den Frauen ist es die Britin Paula Radcliffe mit 2:15:25.
„Meine Ziele sind der Marathon-Weltrekord und die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen“, erklärte Haile Gebrselassie in Dubai. „Ich würde den Weltrekord gerne hier in Dubai brechen – und mein Training dafür beginnt morgen. Wenn Sie mich fragen, was für mich das wichtigste Ziel ist, dann würde ich sagen, es ist der Weltrekord.“
Haile Gebrselassie widersprach Gerüchten, wonach er nach Olympia 2008 seine Karriere beenden wird. „Ich bin erst 34 Jahre alt. Miruts Yifter ist mit 39 Olympiasieger geworden, Mamo Wolde mit 40. Bei Olympia in London 2012 werde ich erst 38 sein – ich könnte dann immer noch dabei sein.“
Rund eine Woche vor der Pressekonferenz in Dubai hatte Haile Gebrselassie in Ostrava auf der Bahn Weltrekorde über 20.000 Meter (56:25,98 Minuten) und im Stundenlauf (21.285 Meter) aufgestellt. Zuvor war er in Hengelo (Niederlande) zum ersten Mal seit Jahren wieder ein 10.000-m-Rennen gelaufen. Dabei rannte Haile Gebrselassie ohne Spikes eine Weltklassezeit von 26:52.81 Minuten. „Das ist eine außergewöhnliche Leistung, weil er nur dreimal zuvor auf der Bahn trainiert hatte. Wenn er echtes Tempotraining absolvieren würde, könnte er sicherlich immer noch 26:30 rennen“, sagte sein Manager Jos Hermens.
Im Marathon steht Haile Gebrselassies Bestzeit bisher bei 2:05:56 Stunden, die er 2006 in Berlin gelaufen ist. „Ich hätte gerne, dass er den Weltrekord erst in Berlin ein bisschen und dann in Dubai deutlich verbessert“, erklärte Jos Hermens.
Dieter Baumann läuft Frankfurt-Marathon
Olympiasieger Dieter Baumann wird am 28. beim Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon am Start sein. Der 42-Jährige erklärte: „Ich bin nur noch Freizeitläufer, laufen ist mein Hobby. Trotzdem war der Marathon natürlich immer ein Thema.“ Für den Olympiasieger von 1992 über 5000 Meter wird es der zweite Start über die klassische Distanz von 42,195 Kilometern sein, im April 2002 hatte Baumann in Hamburg nach 34 Kilometern aufgegeben. Seinen Rücktritt vom aktiven Leistungssport hatte er am 14. September 2003 erklärt. „Ich habe mich überreden lassen“, gab Baumann zu.
Als „Experiment und Projekt, das mir schon länger im Kopf herumspukt“ bezeichnete Baumann seine Teilnahme in Frankfurt. Auf eine mögliche Endzeit legte er sich nur bedingt fest, 2:40 Stunden hält Baumann aber durchaus für möglich. „Alle, die mich kennen, wissen, dass sich ambitioniert bin und dass mir schnelles Laufen gefällt.“ Nach dem Ausstieg in Hamburg sei das „Kapitel Marathon“ nicht abgeschlossen gewesen.