
Eine Rekordbeteiligung verzeichneten die Veranstalter des Xiamen-Marathons. © Xiamen-Marathon
Bereits am vierten Tag des neuen Jahres wurde der erste hochkarätige Marathon gestartet: In Xiamen verzeichneten die Veranstalter dabei die Rekordzahl von 33.000 Meldungen, wobei die Läufer teilweise auch über kürzere Distanzen an den Start gingen. Das chinesische Rennen wurde vom internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) in die höchstmögliche Kategorie eingeordnet und mit dem IAAF Gold Label für Straßenläufe ausgezeichnet.
Oft stellten in den vergangenen Jahren aufgrund der starken chinesischen Langstreckenläuferinnen die Frauen-Ergebnisse jene der Männer in den Schatten. Doch dieses Mal war es umgekehrt. Im Männerrennen lief dabei Samuel Muturi mit 2:08:51 Stunden einen Streckenrekord. Der Kenianer verbesserte die sechs Jahre alte Marke von Hailu Negussie (Äthiopien) um zwölf Sekunden.
Nachdem der in Führung liegende Vorjahressieger Kiprotich Kenei (Kenia) aufgrund eines Krampfes zurückgefallen war, sah es nach einem Erfolg des Äthiopiers Negari Terfa aus. Er lag bei Kilometer 35 fünf Sekunden vor Muturi. Doch der Kenianer schloss die Lücke und entschied das Rennen auf den letzten zwei Kilometern noch für sich. Am Ende hatte der erst 22-jährige Muturi, der zuvor eine Bestzeit von 2:11:08 Stunden aus dem vergangenen Jahr hatte, einen Vorsprung von zehn Sekunden auf Terfa (2:09:01). Dritter wurde der Marokkaner Rachid Kisri (2:10:33), Rang vier belegte Sammy Kurgat (Kenia) in 2:11:00.
Das Frauenrennen war eine rein chinesische Angelegenheit. Dabei siegte etwas überraschend die 20-jährige Chen Rong mit 2:29:52 Stunden. Die noch ein Jahr jüngere Vorjahressiegerin Zhang Yingying, die 2008 mit der Kursrekordzeit von 2:22:38 Stunden ein Weltklasseergebnis erreicht hatte, war am Sonntag gut zehn Minuten langsamer. 2:32:57 Stunden reichten dennoch für Rang zwei vor Wang Jiali (2:33:58). Die olympische Bronzemedaillengewinnerin von Peking, Chunxiu Zhou, war zwar angekündigt, startete jedoch nicht. Die Chinesin gehört zum Elitefeld des London-Marathons am 26. April.
James Kwambei siegt in Sao Paulo

James Kwambai gewann in Sao Paulo. © www.photorun.net
Über 20.000 Läufer rannten zu Silvester durch Sao Paulo. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 28 Grad Celsius wurde die ,Großmutter aller Silvesterläufe’ in Brasilien gestartet. Bereits zum 84. Mal fand der „Corrida Internacional de Sao Silvestre” statt. Auch bei dem hochklassig besetzten 15-Kilometer-Rennen in Sao Paulo dominierten dabei Läufer aus Afrika. Marathon-Spezialist James Kwambai (Kenia) und die Äthiopierin Ayalew Yimer waren die Sieger.
Im ersten Streckenabschnitt entwickelte sich im Männerrennen ein Zweikampf zwischen James Kwambai und seinem Landsmann Evans Cheruiyot. Beide kennen sich gut, denn sie gehören zur Trainingsgruppe des Italieners Dr. Gabriele Rosa. Und beide hatten im Herbst mit Weltklasseleistungen im Marathon auf sich aufmerksam gemacht: Während Kwambai in Berlin Haile Gebrselassie erstaunlich lange Paroli bot und schließlich als Zweiter in 2:05:36 Stunden eine Weltklassezeit erreichte, gewann Cheruiyot zwei Wochen später den Chicago-Marathon in ebenfalls hochklassigen 2:06:25. Nun trafen beide in Sao Paulo aufeinander. Nach der 10-km-Marke fiel in dem Duell die Vorentscheidung, als sich Kwambai lösen konnte. Cheruiyot konnte die Lücke nicht mehr schließen und fiel dann weiter zurück.
Nach 44:42 Minuten war James Kwambai in Sao Paulo im Ziel, Evans Cheruiyot lief 45:16. Kiprono Chemwolo Mutai machte dann den kenianischen Triumph perfekt. Als Dritter lief er 45:28. Marco Joseph (Tansania/45:37) und William Naranjo (Kolumbien/45:47) belegten die nächsten Ränge. „Es war ein exzellentes Rennen für mich, aber ich musste alles geben, um hier zu gewinnen”, erklärte James Kwambai gegenüber der Internetseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes iaaf.org.
Viel Beifall erhielt der Brasilianer Vanderlei de Lima, der in Sao Paulo seine Karriere beendete. Der 39-Jährige ließ es dabei etwas geruhsamer angehen und rannte auf Platz 102 in 52:12 Minuten. Vanderlei de Lima rückte beim olympischen Marathonlauf 2004 in Athen weltweit in den Blickpunkt, als er in Führung liegend von einem Zuschauer von der Straße gedrängt wurde und dadurch seinen Lauf für wenige Sekunden unterbrechen musste. Dennoch gewann er damals in Athen noch die Bronzemedaille. Zuvor hatte Vanderlei de Lima unter anderem die Marathonrennen von Tokio 1996 und Hamburg 2004 gewonnen.
Einen brasilianischen Triumph verhinderte zu Silvester die Äthiopierin Ayalew Yimer. Die 21-Jährige dominierte das Frauenrennen und übernahm etwa bei Kilometer acht die Führung. Schließlich lief sie nach 51:37 Minuten mit großem Vorsprung vor den beiden Brasilianerinnen Fabiana Cristine da Silva (52:28) und Marily dos Santos (52:48) ins Ziel. Ayalew Yimer hatte im November den Great Ethiopian Run über 10 km in Addis Abeba gewonnen und war zuvor auch schon in Deutschland erfolgreich. Beim Würzburger Residenzlauf 2006 siegte sie über 10 km in hochklassigen 31:30 Minuten. Ayalew Yimer sorgte für den zweiten äthiopischen Sieg in Sao Paulo nach Derartu Tulu 1994.
Soi und Galkina gewinnen Toprennen in Bozen

Edwin Soi siegte erneut in Bozen. © BOclassic / live-style.it
Europas hochkarätigster Silvesterlauf findet seit Jahren in Bozen statt: Dabei siegten am Mittwoch zwei olympische Medaillengewinner von Peking. Bei den Männern wiederholte der Kenianer Edwin Soi seinen Vorjahreserfolg während bei den Frauen Russlands Hindernis-Olympiasiegerin und -Weltrekordlerin Gulnara Galkina gewann. Knapp 500 Läufer waren bei diesem kleinen aber feinen Silvesterrennen in Südtirol am Start. Etwa 15.000 Zuschauer säumten bei der 34. Auflage des BOclassic den Rundkurs durch die sehenswerte Bozener Innenstadt.
Seit 1990 hat es beim Bozener Silvesterlauf bis auf eine Ausnahme immer einen afrikanischen Sieger beim 10-km-Männerrennen gegeben. Auch 2008 bildete keine Ausnahme. Nachdem sich der Äthiopier Betona Warga die Prämie beim Halbzeitspurt an der 5-km-Marke gesichert hatte, übernahm Titelverteidiger Edwin Soi die Initiative. Der 22-jährige Kenianer, der bei Olympia im 5.000-Meter-Finale Rang drei belegt hatte, übernahm die Spitze vor dem Cross-Europameister Sergiy Lebid (Ukraine). Weltklasse-Marathonläufer Jaouad Gharib (Marokko) und Warga folgten, dahinter lag bereits mit rund 50 Metern Rückstand der italienische Marathon-Olympiasieger von 2004, Stefano Baldini. Eine Runde vor Schluss war dann auch Lebid geschlagen, er hatte nun einen Rückstand von 20 Metern auf den starken Edwin Soi. Der Kenianer erreichte nach 28:55 Minuten mit vier Sekunden vor Lebid das Ziel. Dritter wurde Warga mit 29:13, gefolgt von den Marathon-Spezialisten Gharib (29:22) und Baldini (29:33).
Von Beginn an hatte im Frauenrennen über 5 km die 3.000-m-Hindernis-Olympiasiegerin Gulnara Galkina die Initiative ergriffen. Bei der Cross-EM war sie vor gut zwei Wochen auf dem schweren Kurs in Brüssel nicht gut zurecht gekommen und hatte Rang zwölf belegt. Doch nun bestimmte sie von der Spitze laufend das Renngeschehen über 5 km. Schon in der Anfangsphase des Laufes löste sich die 30-jährige Russin, die in Peking als erste Frau über die Hindernisse unter neun Minuten gelaufen war. Lediglich die Ungarin Aniko Kalovics, die in Bozen 2006 gewonnen hatte, konnte zunächst noch mithalten. Doch schon vor der letzten der vier Runden war auch Kalovics geschlagen. Galkina siegte schließlich mit 15:59 Minuten deutlich vor der Ungarin (16:07), die wiederum zwei Sekunden vor der Vorjahressiegerin Sylvia Kibet (Kenia) im Ziel war.
Weidlinger macht es spannend in Peuerbach
Günther Weidlinger hat einmal mehr den höchstklassigen österreichischen Silvesterlauf gewonnen, bei dem rund 700 Athleten an den Start gingen. Für den 30-Jährigen war es bei seinem Heimspiel bereits Sieg Nummer sieben und damit löste er Carsten Eich als Rekordgewinner ab. Der Deutsche, der seine Karriere beendet hatte, hatte in Peuerbach zu Silvester sechsmal triumphiert.
Günther Weidlinger machte es spannend, denn er musste in dem schnellen Rennen über 6,8 km einem Rückstand hinterherlaufen. Denn etwa bei der Hälfte des Laufes lagen der Äthiopier Shumye-Tafere Alemayehu und der Marokkaner El-Qady Najim gemeinsam mit fünf Sekunden Vorsprung auf Weidlinger an der Spitze. Doch unter dem Jubel seiner Landsleute holte der Österreicher auf. Zwar fiel er dann noch einmal leicht zurück, doch mit der schnellsten Rundenzeit im gesamten Feld sicherte er sich im finalen achten Durchgang noch den Sieg. Günther Weidlinger lief 19:18 Minuten und ereichte dabei mit 2:50 Minuten einen sehr guten Kilometerschnitt. Der frühere Hindernisläufer bereitet sich zurzeit auf sein Marathondebüt vor, das er am 26. April in Wien laufen wird. Shumye-Tafere Alemayehu wurde in Peuerbach Zweiter mit 19:23 Minuten, Rang drei belegte zwei Sekunden später El-Qady Najim. Vierter wurde Buta Urige (Norwegen) mit weiteren zwei Sekunden Abstand.
Ebenfalls knapp endete das Eliterennen der Frauen über 5,1 km. Allerdings hatte die erst 19-jährige Äthiopierin Mare Dibaba-Hurssa das Rennen durchweg von der Spitze kontrolliert. Nach 16:15 Minuten war sie drei Sekunden vor Krisztina Papp (Ungarn) im Ziel. Rang drei belegte Sonja Stolic (Serbien) mit 16:22, gefolgt von Julia Viellehner (LG Passau/16:23) und Andrea Mayr (16:33). Die Österreicherin bereitet sich ebenfalls auf den Wien-Marathon vor.
Äthiopier gewinnen in Madrid und Amadora
Zwei äthiopische Siege gab es bei den beiden bekanntesten Silvesterrennen in Spanien und Portugal. Auf der schnellen Strecke in der spanischen Hauptstadt gewann Tadesse Tola in 27:53 Minuten. Der 21-Jährige, der im Sommer bereits den New Yorker Halbmarathon gewonnen hatte, ließ dabei einen früheren Landsmann hinter sich: Alemayehu Bezabeh läuft inzwischen für Spanien und wurde Zweiter mit 28:06. Schnellste Frau war in Madrid die Cross-Europameisterin des Jahres 2007, Marta Dominguez (Spanien/33:05).
Spannend war es beim 10-km-Rennen in Amadora (Portugal). Hier gewann der Äthiopier Imane Merga nach einem starken Schlussabschnitt in 29:27 Minuten vor dem Russen Sergey Ivanov (29:30), dem Marokkaner Yousef El Kalay (29:31) und Boniface Kiprop (Uganda/29:33). Dulce Felix (Portugal) gewann das Frauenrennen mit 32:55 Minuten.
US-Sieger in New York
Um Mitternacht wurde bei Feuerwerk im New Yorker Central Park gelaufen. In der winterlich kalten Metropole triumphierte dabei über 6,4 km ein US-Amerikaner: Sean Quigley war nach 18:45 Minuten vor seinem Landsmann Brian Olinger (18:53) im Ziel. Dritter wurde der Äthiopier Abiyot Endale mit 18:59. Schnellste Frau war die Äthiopierin Aziza Aliyu in 21:21 Minuten. Nur um eine Sekunde schlug sie dabei Emily Brown (USA), Rang drei belegte Buzunesh Deba (Äthiopien/22:05). Über 5.000 Läufer waren in New York am Start.
Afrikaner dominieren das ,Sao Paulo von Trier’, Deutsche rückwärts vorne
Zu stark waren die afrikanischen Starter für die deutschen Athleten beim Silvesterlauf in Trier. Bei dem ,deutschen Sao Paulo’ siegten bei Temperaturen von knapp unter null Grad und trockenem Winterwetter der favorisierte Micah Kogo (Kenia) und die Äthiopierin Mimi Belete. Rund 2000 Läufer aus 25 Nationen waren bei der 19. Auflage des Bitburger Silvesterlaufes am Start. Etwa 15.000 Zuschauer sorgten entlang des Rundkurses in der Innenstadt für mitreißende Stimmung. Sie durften sich dabei in einem Rahmenwettbewerb auch über einen deutschen Erfolg freuen.
Der als Berg- und Treppenläufer bekannte Thomas Dold, der mehrfach den ,Empire State Building Run-Up’ in New York gewann, stellte eine inoffizielle Weltbestmarke im Rückwärtslaufen auf. Der Athlet des SV Steinach erreichte über einen Kilometer eine Zeit von 3:20 Minuten.
Vorwärts lief es für die deutschen Athleten nicht ganz so gut in Trier, was aber sicher auch mit den verletzungs- beziehungsweise krankheitsbedingten Absagen von Irina Mikitenko und Sabrina Mockenhaupt zu tun hatte. So machten die Afrikaner die Podestplätze unter sich aus. Bei den Männern dominierte dabei erwartungsgemäß der erst 22-jährige Micah Kogo. Der Kenianer, der bei Olympia in Peking über 10.000 m als bester Läufer seines Landes Bronze gewonnen hatte, setzte sich über 8 km in 23:08 Minuten deutlich vor seinen beiden Landsleuten Shadrack Lagat (23:21) und Hosea Tuei (23:23) durch. Kogo hatte vor zwei Jahren als relativ unbekannter Läufer für Aufsehen gesorgt, als er das hochkarätige 10.000-m-Rennen von Brüssel in der sechstschnellsten Zeit aller Zeiten gewann (26:35,63 Minuten).
Bester deutscher Läufer in Trier war ein Mittelstreckler: Carsten Schlangen (LG Nord Berlin) wurde in 23:29 Minuten Vierter vor Arne Gabius (Asics Tübingen/23:35). Auch bei den Frauen platzierten sich zwei Deutsche auf den Rängen vier und fünf: Die 3.000-m-Hindernisläuferin Antje Möldner (SC Potsdam) rannte über 5 km 16:21 Minuten, Marathonläuferin Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) war nach 16:34 als Fünfte im Ziel.
Antje Möldner hatte dabei Pech, dass sie Platz drei nur um eine Sekunde verpasste. Über die 5-km-Distanz siegte Mimi Belete (Äthiopien) in 16:07 Minuten. Die 30-Jährige war dabei acht Sekunden vor ihrer ein Jahr jüngeren Schwester Almesh im Ziel. Dritte wurde mit Abebu Gelan (16:20) eine weitere Äthiopierin.
Pech hatten die Veranstalter im Vorfeld, weil eine ganze Reihe von prominenten Athleten absagen mussten. So fehlte Titelverteidiger Moses Kipsiro (Uganda) aufgrund einer Verletzung ebenso wie Vorjahressiegerin Sabrina Mockenhaupt (Verein für Marathon Köln). Die Siegerin des Frankfurt-Marathons Ende Oktober laboriert an einem Knieproblem, war aber ebenso wie Jan Fitschen (TV Wattenscheid) als Zuschauerin bei dem Rennen in Trier. Der 10.000-m-Europameister kann aufgrund einer langwierigen Fußverletzung noch nicht starten und wird auch auf die Hallensaison verzichten. Fitschen hofft, dass er für die WM in Berlin wieder Topform erreichen kann.
Vor wenigen Tagen fiel dann auch noch Deutschlands neuer Laufstar aus: Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) musste aufgrund einer starken Erkältung absagen. „Es tut mir leid, dass ich die Veranstalter und die Zuschauer in Trier enttäuschen muss, aber ich bin nicht fit und es macht keinen Sinn zu rennen. Ich wäre wirklich gerne an den Start gegangen”, erklärt Irina Mikitenko, die am Dienstag einen Tag vor dem Rennen Gast bei der Pressekonferenz der Veranstaltung war. Damit beendet die 36-jährige Läuferin des TV Wattenscheid ihr phänomenales Wettkampfjahr etwas früher als gedacht. 2008 hat Irina Mikitenko alle ihre sieben Rennen gewonnen, darunter die hochkarätigen Marathonläufe in London und Berlin. Außerdem triumphierte sie bei der zweiten World Marathon Majors (WMM)-Serie 2007-2008.